Cooper Cos Aktie: Doppel-Downgrade nach Verkaufsabsage
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwei AnalysehĂ€user stufen Cooper Companies binnen Stunden zurĂŒck. Baird und Piper Sandler senken ihr Rating jeweils von "Outperform" beziehungsweise "Overweight" auf "Neutral" â der Auslöser sitzt tiefer als nur eine verpasste Umsatzprognose.
Cooper hatte am Mittwoch den Abschluss seiner strategischen ĂberprĂŒfung verkĂŒndet. Das Ergebnis: Die Sparte CooperSurgical wird nicht verkauft. Der Vorstand entschied einstimmig, dass die eingegangenen Angebote nicht im Interesse der AktionĂ€re lĂ€gen. Board-Chefin Colleen Jay verwies auf temporĂ€re Belastungsfaktoren, darunter ein neuer Wettbewerber im Markt fĂŒr hormonfreie Spiralen und die Folgen einer FertilitĂ€ts-Sammelklage-Einigung.
EnttÀuschende Kontaktlinsen-Sparte
FĂŒr die Analysten wiegt schwerer, dass das KerngeschĂ€ft CooperVision schwĂ€chelt. Piper Sandler verweist auf ein flaches organisches Wachstum im dritten GeschĂ€ftsquartal, Baird auf ein Minus von 2 Prozent im US-GeschĂ€ft â Baird hatte hier ein Plus von 6 Prozent erwartet. Es ist bereits die vierte Prognosesenkung innerhalb von zwei Jahren.
Bei den Kurszielen sind sich beide HĂ€user ĂŒberraschend einig: Baird kappt sein Ziel von 85 auf 61 Dollar, Piper Sandler von 86 auf 59 Dollar. Beide sehen in der Aktie kaum noch kurzfristiges AufwĂ€rtspotenzial, auch wenn die Bewertung historisch gĂŒnstig erscheint. Baird spricht von einem möglichen 15-Jahres-Tief beim Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis von etwa 11 bis 12, sobald sich die Gewinne normalisieren.
Operativ lieferte Cooper fĂŒr das dritte Quartal durchaus solide Zahlen: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,15 Dollar und damit ĂŒber der Konsenserwartung von 1,12 Dollar â die elfte PrognoseĂŒbertreffung in Folge auf Gewinnebene. Der Umsatz von 1,066 Milliarden Dollar blieb jedoch hinter den avisierten 1,1 Milliarden Dollar zurĂŒck, belastet durch schwĂ€chere Nachfrage und Lagerabbau bei CooperVision.
RĂŒckkaufprogramm als Kontrapunkt
Als Ausgleich erhöhte der Vorstand die ErmĂ€chtigung fĂŒr AktienrĂŒckkĂ€ufe von 2 auf 3 Milliarden Dollar. Im laufenden GeschĂ€ftsjahr wurden bereits Aktien im Wert von 445 Millionen Dollar zurĂŒckgekauft. Parallel kĂŒndigte Cooper strukturelle Anpassungen an: eine gröĂere Vertriebs- und Marketingorganisation bei CooperVision, Kostensenkungsprogramme sowie eine Ăberarbeitung von Lager- und Logistikprozessen.
Piper Sandler bringt die Marktstimmung auf den Punkt: Erst mehrere Quartale mit verlĂ€sslicher Performance dĂŒrften nötig sein, damit sich die Aktie von ihrem neuen Bewertungsniveau erholt. FĂŒr die Vollversion des GeschĂ€ftsjahres peilt das Management weiterhin einen Gewinn je Aktie zwischen 4,51 und 4,55 Dollar bei einem Umsatz von 4,229 bis 4,252 Milliarden Dollar an.
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