CoreWeave Aktie: 2,55 Milliarden Umsatz erwartet
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 19:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am kommenden Dienstag steht CoreWeave vor einer wichtigen Bewährungsprobe. Der Spezialist für KI-Infrastruktur wird seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegen. Die Erwartungen am Markt sind enorm: Analysten prognostizieren einen Umsatzsprung auf rund 2,55 Milliarden US-Dollar. Dies entspräche einem Wachstum von etwa 111 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wird mit einem bereinigten Verlust je Aktie von 1,22 US-Dollar gerechnet, während das Unternehmen massiv in den Ausbau seiner Rechenzentren investiert.
Spannungen am Optionsmarkt
Die Anleger bereiten sich auf erhebliche Kursschwankungen vor. Daten vom Optionsmarkt legen nahe, dass Investoren eine Bewegung von rund 15,5 Prozent in beide Richtungen nach der Bekanntgabe der Zahlen einpreisen. In den USA entspräche dies einer Handelsspanne zwischen etwa 72 und 98 US-Dollar. Der Fokus der Investoren liegt dabei nicht nur auf den nackten Quartalszahlen, sondern vor allem auf der Prognose für das restliche Jahr, den Investitionsausgaben sowie der Gewinnung neuer Großkunden.
Medienberichten zufolge blickt der Markt gespannt darauf, wie CoreWeave die immense Nachfrage nach Kapazitäten bedienen kann. Seit Jahresbeginn konnte der Wert an den Börsen bereits um 20,78 Prozent zulegen. Dennoch notiert das Papier aktuell bei 77,30 Euro und liegt damit noch 41,44 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom vergangenen Oktober.
Auftragsbestand als Wachstumsmotor
Ein zentraler Faktor für die Bewertung des Unternehmens bleibt der gigantische Auftragsbestand. Zum Ende des ersten Quartals 2026 wies CoreWeave einen Backlog von 99,4 Milliarden US-Dollar aus, was annähernd einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Etwa 36 Prozent dieser Summe sollen bereits innerhalb der nächsten zwei Jahre als Umsatz realisiert werden. Um dieses Volumen bewältigen zu können, plant das Management für das laufende Jahr Investitionen in einer Größenordnung von 31 bis 35 Milliarden US-Dollar.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine internationale Expansion voran. In Indonesien entstehen derzeit drei neue Standorte mit einer geplanten IT-Leistung von 360 Megawatt, die bis 2028 vollständig in Betrieb gehen sollen. Auch strategisch sichert sich CoreWeave ab: Eine neue Vereinbarung mit Solidigm, einer Tochtergesellschaft von SK Hynix, garantiert dem Unternehmen bevorzugten Zugriff auf Enterprise-SSD-Speicherkapazitäten. Zudem hat die Technologie-Handelsfirma IMC ihre Zusammenarbeit mit der KI-Cloud-Plattform von CoreWeave deutlich ausgeweitet. Rob Burke, CTO von IMC, begründete diesen Schritt mit dem hohen Vertrauen in die Performance der Infrastruktur.
Insider-Abgaben dämpfen die Stimmung
Trotz der operativen Fortschritte sorgten jüngste Insider-Transaktionen für Gesprächsstoff. Am Dienstag veräußerte CEO Michael Intrator 200.000 Aktien zu einem Preis von 91,80 US-Dollar, was einem Gesamtwert von über 18 Millionen US-Dollar entspricht. Am selben Tag verkaufte Chen Goldberg, Executive Vice President des Unternehmens, Aktien im Wert von rund 575.730 US-Dollar. Diese Transaktion erfolgte laut Unternehmensangaben unter einem sogenannten Rule 10b5-1-Plan zur Begleichung von Steuerpflichten.
Die Analystenzunft bleibt ungeachtet der Verkäufe überwiegend optimistisch. Die Experten von Cantor Fitzgerald bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 167 US-Dollar. Im Konsens wird die Aktie von einer Mehrheit der Analysten als moderater Kauf eingestuft, wobei das durchschnittliche Kursziel bei etwa 127,76 US-Dollar liegt. Auch Jim Cramer äußerte sich positiv und bezeichnete CoreWeave im Vergleich zu Wettbewerbern wie IREN als die günstigere und bessere Wahl für Investoren, die auf den Sektor der spezialisierten Cloud-Anbieter setzen wollen.
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