Corteva, Aktie

Corteva Aktie: Goldman nennt 20 Dollar

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Goldman Sachs bewertet Corteva mit 20 Dollar und erwartet für 2027 bis 2029 jährlich rund 600 Millionen Dollar freien Cashflow.

Draufsicht auf Aktienzertifikat, ISIN-Karte US22052L1044, Gesteinsbohrprobe und Pumpjack-Modell
Coterra Energy Flatlay mit Aktienzertifikat ISIN-Karte und Öl-Gas-Utensilien auf dunklem Schiefer US22052L1044 Illustration mit AI erstellt.

Eine Kursziel-Kürzung von 96 auf 20 Dollar klingt nach einem Einbruch. Tatsächlich ist es Rechenarithmetik: Corteva hat am 1. Oktober sein Saatgutgeschäft als eigenständige Vylor abgespalten, und damit schrumpft der verbliebene Konzern erheblich. Goldman Sachs bleibt bei "Buy" und sieht rund 38 Prozent Luft nach oben.

Was von Corteva übrig bleibt

Das Saatgutgeschäft machte etwa zwei Drittel von Umsatz und EBITDA aus. Zurück bleibt vor allem der Pflanzenschutz. Alle Analystenziele wurden deshalb komplett neu aufgesetzt, ein Vergleich mit den Vorwerten taugt nicht.

Goldman bewertet Corteva mit dem 10,5-Fachen des EV/EBITDA und zieht als Vergleich Syngenta heran, die vor ihrer Übernahme im Schnitt mit dem 10,7-Fachen gehandelt wurde.

Aktuell liegt der Wert laut Goldman bei 9,2. Für die Jahre 2027 bis 2029 erwarten die Analysten rund 600 Millionen Dollar freien Cashflow jährlich, eine Rendite von mehr als 6 Prozent.

Altlasten sind bereits eingepreist. Für PFAS-Verbindlichkeiten und unterfinanzierte Pensionsverpflichtungen setzt Goldman einen Barwert von 1,75 Milliarden Dollar an.

Breite Zustimmung, engere Spanne

Die Aktie schloss zuletzt bei 14,45 Dollar und legte binnen einer Woche 15 Prozent zu. Die Dividendenrendite liegt bei rund 5 Prozent. Andere Häuser sind vorsichtiger als Goldman:

  • JPMorgan: 19 Dollar, Hochstufung auf Overweight
  • RBC und Oppenheimer: je 17 Dollar, Outperform
  • KeyBanc: 17 Dollar, Hochstufung auf Overweight
  • BMO: 15 Dollar, auf Basis des 8-Fachen des erwarteten EBITDA 2027

BMO verweist auf Gegenwind im Pflanzenschutz. Goldman liegt damit am oberen Ende, die Spanne von 15 bis 20 Dollar zeigt, wie unterschiedlich die Bewertung des Rumpfkonzerns ausfällt.

Vylor: Das Wachstumsstück

Auch für die neue Saatgutfirma hat Goldman die Bewertung aufgenommen, mit "Buy" und einem Ziel von 87 Dollar. Das liegt über dem bisherigen Höchstwert der Analysten von 85 Dollar. Die Aktie schloss am Vortag bei 72,99 Dollar, vorbörslich ging es zuletzt um rund 4 Prozent nach oben.

Goldman setzt auf einen Wandel zu einem kapitalarmen Technologiemodell mit Lizenzgeschäft. Treiber soll unter anderem ein gentechnikfreier Hybridweizen sein, der Weizen neben Mais und Soja als dritte Säule etablieren könnte. Die Bewertung von 17,5-fachem EBITDA für 2028 enthält zudem einen Aufschlag für mögliche Zukäufe.

Die Rollen sind damit klar verteilt: Vylor steht für Wachstum zu hohem Preis, Corteva für Cashflow, Dividende und ungelöste Rechtsrisiken. Wie gut der Pflanzenschutz die PFAS-Lasten trägt, zeigen die ersten Quartalszahlen des neuen Konzerns, deren Termin noch aussteht.

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