CRH, Aktie

CRH Aktie: Rekordquartal mit Rissen

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CRH übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal, pausiert aber Aktienrückkäufe für Übernahmen. Analysten sehen gemischte Signale in den Geschäftsbereichen.

CRH Aktie: Rekordquartal mit versteckten Schwächen und Pause bei Aktienrückkäufen
Abstrakte Darstellung einer modernen Baustelle bei Sonnenuntergang zur Symbolisierung von Bauindustrie und Marktdynamik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Bauwaren-Riese liefert Zahlen, die über den Erwartungen liegen — und pausiert trotzdem sein Rückkaufprogramm. CRH zeigt im zweiten Quartal 2026, wie unterschiedlich die eigenen Geschäftsbereiche gerade laufen.

Der Konzern meldete einen Umsatz von 10,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie kletterte auf 2,21 Dollar und lag damit deutlich über der Analystenschätzung von 2,03 Dollar. Die adjustierte EBITDA-Marge wuchs um 30 Basispunkte auf 24,4 Prozent — bereits das 13. Jahr in Folge mit Margenausweitung.

Zwei Segmente, zwei Geschichten

Hinter der Gesamtzahl verbirgt sich ein gespaltenes Bild. Die Sparte Americas Materials Solutions lieferte die stärkste Performance, getragen von Nachfrage aus Verkehrsinfrastruktur, Wasserprojekten und Reindustrialisierung. Die Marge legte hier um 40 Basispunkte auf 27,9 Prozent zu.

Americas Building Solutions kämpfte dagegen mit Gegenwind aus Verkäufen von Randgeschäften und schwacher Neubaunachfrage im Wohnbereich — die Marge sackte um 140 Basispunkte ab. Immerhin: Im Bereich Rechenzentren ist CRH inzwischen an 200 Projekten beteiligt, 85 Prozent aller angekündigten US-Rechenzentren liegen im Umkreis von 25 Meilen um bestehende Standorte.

Kapital fließt in Zukäufe, nicht in Rückkäufe

Bis Ende Juni investierte CRH 1,4 Milliarden Dollar in 17 Zukäufe, während Verkäufe von Randgeschäften rund 1,9 Milliarden Dollar in die Kasse spülten. Die Dividende stieg um 5 Prozent auf 0,39 Dollar je Aktie. Das Aktienrückkaufprogramm — seit 2018 immerhin rund 24 Prozent der ausstehenden Aktien im Volumen von etwa 10 Milliarden Dollar — wurde nach der Ankündigung der Arcosa-Übernahme pausiert, um finanzielle Flexibilität für den Deal zu sichern.

Für das Gesamtjahr bestätigte das Management seine Prognose: adjustiertes EBITDA zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Dollar, ein Ergebnis je Aktie zwischen 5,60 und 6,05 Dollar. Als Rückenwind gilt, dass rund 40 Prozent der Mittel aus dem US-Infrastrukturgesetz IIJA bis Ende 2026 noch nicht abgerufen sind — das dürfte die Nachfrage bis ins Jahr 2027 stützen.

Die schwache Wohnbaunachfrage in den USA soll laut Management bis Ende 2026 nicht anziehen. Für das zweite Halbjahr erwartet CRH ein niedriges einstelliges Volumenwachstum bei Zement und im internationalen Geschäft, begleitet von mittleren einstelligen Preissteigerungen bei Gesteinskörnungen und zementhaltigen Produkten.

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