CSL Aktie: 48 Prozent in 30 Tagen trotz Vifor-Rückgang
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 03:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das australische Biotechnologie-Unternehmen CSL hat für das Geschäftsjahr 2026 Zahlen vorgelegt, die am Markt für deutliche Bewegung sorgten. Während das operative Geschäft die Erwartungen beim bereinigten Gewinn übertraf, belasteten massive Abschreibungen das statutarische Ergebnis erheblich.
Dennoch blickt das Management optimistisch auf das kommende Jahr und stellt weiteres Wachstum in Aussicht. Am Dienstag schloss die Aktie im hiesigen Handel bei 106,86 Euro, was den starken Aufwärtstrend der letzten Wochen unterstreicht.
Bereinigtes Ergebnis stützt den Aktienkurs
Wie Reuters unter Berufung auf die Unternehmenszahlen berichtete, erwirtschaftete CSL im Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von 15,8 Milliarden US-Dollar.
Der bereinigte Gewinn nach Steuern (NPATA) lag mit 3,14 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen der Analysten. Diese positive operative Entwicklung war maßgeblich für die jüngste Kursrallye verantwortlich. Innerhalb der vergangenen 30 Tage verzeichnete das Papier einen Wertzuwachs von 48 Prozent.
Dem operativen Erfolg stand jedoch ein statutarischer Nettoverlust nach Steuern in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar gegenüber. Dieser Fehlbetrag ist primär auf Sonderbelastungen zurückzuführen.
Am 18. August gab das Unternehmen bekannt, dass Abschreibungen in Höhe von 7,1 Milliarden US-Dollar sowie Restrukturierungskosten von 799 Millionen US-Dollar das Ergebnis drückten. Trotz dieser bilanziellen Belastungen hoben Medienberichte den positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 hervor, in dem CSL ein Wachstum des bereinigten Nettogewinns von etwa 5 Prozent anstrebt.
Herausforderungen im Segment Vifor
Die verschiedenen Geschäftsbereiche des Konzerns entwickelten sich im abgelaufenen Jahr uneinheitlich. Für die Sparte CSL Behring wird im kommenden Geschäftsjahr 2027 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Deutlich schwieriger stellt sich die Situation bei CSL Vifor dar. Hier rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von rund 25 Prozent.
Gründe für diese Prognose sind unter anderem der zunehmende Wettbewerb durch Generika bei Eisenprodukten sowie das Ende des sogenannten TDAPA-Zeitraums für das Medikament VELPHORO. Zudem wurde die Zulassung für TAVNEOS widerrufen. Diese Faktoren belasten die kurzfristigen Erwartungen für das Vifor-Segment, während das Kerngeschäft mit Immunglobulinen weiterhin als Wachstumstreiber fungiert.
Aktionärsrendite und Analysteneinschätzung
Trotz des statutarischen Verlusts zeigt sich CSL bei der Kapitalallokation großzügig. Das Unternehmen hält die Schlussdividende bei 1,62 US-Dollar je Aktie stabil, wobei die Auszahlung für den 2. Oktober vorgesehen ist. Parallel dazu wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,1 Milliarden Australischen Dollar angekündigt, nachdem im Geschäftsjahr 2026 bereits ein Programm über eine Milliarde Australische Dollar abgeschlossen wurde.
Analysten bewerten die Lage nach den jüngsten Daten vorsichtig optimistisch. Die Experten von Bell Potter hoben ihr Kursziel am 19. August von 120,00 auf 150,00 Australische Dollar an, behielten jedoch die Einstufung auf „Hold“ bei. Anleger sollten beachten, dass die Aktie nach der rasanten Erholung technisch ambitioniert bewertet sein könnte.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt aktuell bei 84,4, was im Marktkonsens häufig als Indikator für einen überkauften Zustand gewertet wird. Neben den finanziellen Ergebnissen wurde am 20. August zudem gemeldet, dass 37.550 bedingte Bezugsrechte verfallen sind, da die entsprechenden Leistungsbedingungen nicht erfüllt werden konnten.
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