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Custom Truck One Source Aktie: Netzausbau treibt Prognose

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Mieterlöse und Netzausbau stützen die angehobene EBITDA-Spanne, während mehr Flotteninvestitionen den freien Cashflow drücken.
Moderne Hochspannungsleitungen und Strommasten in einer weiten Industrielandschaft bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Umsatz verfehlt, Ergebnis übertroffen, Prognose erhöht: Custom Truck One Source liefert im dritten Quartal ein gemischtes Bild. Der Vermieter von Spezialfahrzeugen für Stromnetze, Telekom und Bahn hebt seine Gewinnziele bereits zum dritten Mal in diesem Jahr an. Ein Hagelschaden und ein Rückruf bremsten allerdings das Geschäft mit Neufahrzeugen.

Umsatzlücke mit Erklärung

Die Erlöse stiegen um 2,7 Prozent auf 495,2 Millionen Dollar. Das lag rund vier Prozent unter der Konsensschätzung. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie traf das Unternehmen die Erwartung von 0,01 Dollar.

Die Lücke erklärt das Management mit Verschiebungen. Ein Hagelsturm am Standort Kansas City und ein Herstellerrückruf verzögerten Lieferungen von Drittkunden im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar. Die Fahrzeuge bleiben im Auftragsbestand und sollen im vierten Quartal ausgeliefert werden.

Der bereinigte EBITDA legte um 15,6 Prozent auf 110,9 Millionen Dollar zu, die Marge verbesserte sich um etwa 250 Basispunkte auf 22,4 Prozent. Cantor Fitzgerald nennt das Ergebnis rund fünf Prozent besser als erwartet. Die Bank bestätigt ihr Rating "Overweight" mit einem Kursziel von 14 Dollar. Die Aktie schloss zuletzt bei 9,01 Dollar.

Vermietung als Wachstumsmotor

Das Mietgeschäft trägt die Zahlen. Die Mieterlöse wuchsen um 20,1 Prozent auf 152,7 Millionen Dollar, die Auslastung der Flotte stieg auf 81,5 Prozent. Das Segment erreicht eine EBITDA-Marge von 54,6 Prozent.

Die Nachfrage kommt vor allem aus dem Ausbau der Stromnetze. Im Oktober lag die Auslastung nach Unternehmensangaben bereits bei über 84 Prozent. CEO Ryan McMonagle spricht von rekordhoher Nachfrage, die Finanzchefin Chris Eperjesy sieht erste Anzeichen eines "Super-Zyklus" bei Übertragungsnetzen.

Mehr Investition, weniger freier Cashflow

Für 2026 peilt das Unternehmen nun ein bereinigtes EBITDA von 447,5 bis 460 Millionen Dollar an, zuvor waren es 437,5 bis 455 Millionen. Die Umsatzprognose von 2,10 bis 2,20 Milliarden Dollar bleibt unverändert.

Der Preis dafür: Die Nettoinvestition in die Mietflotte steigt auf 210 bis 230 Millionen Dollar. Der freie Cashflow soll dadurch nur noch leicht positiv ausfallen, bisher waren mehr als 50 Millionen Dollar eingeplant. Den Ertrag der zusätzlichen Fahrzeuge erwartet das Management überwiegend 2027.

Die Verschuldung sank derweil auf das 3,7-Fache des EBITDA, vor einem Jahr lag der Wert bei 4,53. Bis Jahresende soll er deutlich unter vier fallen, 2027 peilt das Unternehmen unter drei an. Für das vierte Quartal erwartet die Führung steigende Umsätze und Ergebnisse gegenüber Vorjahr und Vorquartal, für 2027 ein weiteres Jahr mit zweistelligem EBITDA-Wachstum.

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