D-Wave Quantum Aktie: Kosten fressen Wachstum
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
D-Wave Quantum hat am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt — und die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus. Vorbörslich brach die Aktie zeitweise um rund 9,5 Prozent ein, zuletzt notierte sie bei 16,74 Euro auf Tradegate. Der Grund: Umsatz und Gewinn verfehlten die Erwartungen, während die Kosten förmlich davonliefen.
Umsatz stagniert, Verlust wächst
Mit 3,1 Millionen US-Dollar blieb der Umsatz praktisch auf Vorjahresniveau — Analysten hatten mit rund 4 Millionen US-Dollar gerechnet. Der Verlust je Aktie lag bei 0,13 US-Dollar und damit über der Schätzung von 0,085 US-Dollar, auch wenn sich das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreswert von minus 0,55 US-Dollar deutlich verbessert hat. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 48 Millionen US-Dollar.
Die eigentliche Geschichte steckt in den Kosten. Die Betriebsausgaben stiegen um 93 Prozent auf 55 Millionen US-Dollar, getrieben vor allem durch Forschung und Entwicklung. Der bereinigte EBITDA-Verlust weitete sich um 85 Prozent auf 37,1 Millionen US-Dollar aus, die Bruttomarge sackte von 63,8 auf 55,4 Prozent ab. D-Wave investiert also kräftig in Produkte und Vertrieb — ohne dass sich das bislang in Umsatzwachstum niederschlägt.
Auftragsbücher explodieren
Auf der anderen Seite steht ein Auftragspolster, das sich binnen eines Jahres vervielfacht hat. Die Bookings im ersten Halbjahr kletterten um mehr als 1.120 Prozent auf 35,5 Millionen US-Dollar, darunter ein einzelner Systemverkauf über 20 Millionen US-Dollar. Die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen erreichten 40,7 Millionen US-Dollar — ein Plus von 668 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wovon rund 57 Prozent innerhalb der kommenden zwölf Monate als Umsatz verbucht werden sollen.
Auch die Kundenstruktur verschiebt sich: 62,4 Prozent der Erlöse kamen im Quartal von kommerziellen Kunden, fast die Hälfte des Umsatzes stammte von Unternehmen aus dem Forbes Global 2000. D-Wave gewinnt damit zunehmend größere Namen — die tatsächlichen Erlöse bleiben aber winzig gemessen an den Kosten.
Finanziell verfügt das Unternehmen weiterhin über ein Polster von 546,2 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren. Binnen eines Jahres schrumpfte dieser Bestand jedoch um 273,1 Millionen US-Dollar, maßgeblich wegen der Übernahme von Quantum Circuits. Damit bleibt D-Wave finanziell handlungsfähig, muss aber zeigen, wie schnell sich das wachsende Auftragsvolumen tatsächlich in Umsatz übersetzen lässt.
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