Daqo New Energy Aktie: Umsatz verdreifacht, Verlust bleibt
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deDaqo New Energy verkauft wieder Polysilizium in großem Stil und senkt die Kosten auf Rekordtief. Trotzdem schreibt der chinesische Hersteller im dritten Quartal weiter rote Zahlen. Der Grund: Der Verkaufspreis liegt noch unter den Produktionskosten.
Absatz springt, Verlust schrumpft
Der Umsatz stieg gegenüber dem zweiten Quartal um gut 200 Prozent auf 194,2 Millionen Dollar. Der Absatz kletterte von 15.190 auf 46.910 Tonnen. Hintergrund ist der Kurswechsel im Juni, als Daqo die abwartende Haltung aufgab und wieder marktorientiert verkaufte.
Der Nettoverlust sank auf 52,9 Millionen Dollar nach 81,2 Millionen im Vorquartal. Je American Depositary Share (ADS) beträgt das Minus 0,78 Dollar, Analysten hatten mit 1,06 Dollar gerechnet. Im Vorjahresquartal stand noch ein kleiner bereinigter Gewinn zu Buche, der Umsatz lag damals bei 244,6 Millionen Dollar.
Die Bruttomarge verbesserte sich von minus 132,0 auf minus 31,2 Prozent. Auch niedrigere Abschreibungen auf Lagerbestände halfen.
Rekordtiefe Kosten, aber noch kein Gewinn
Die durchschnittlichen Produktionskosten fielen um 9,7 Prozent auf 5,37 Dollar je Kilogramm, die reinen Barkosten auf 4,23 Dollar. Beides sind Bestmarken. Der Verkaufspreis stieg dagegen nur um 2,0 Prozent auf 4,12 Dollar. Er hinkte der Marktbelebung hinterher, weil im Quartal Aufträge aus der Zeit vor Ende Juli geliefert wurden.
Politik und Regulierung stützen die Preise. Die Marktaufsicht SAMR veröffentlichte Ende Juli Leitlinien, im September folgte eine gemeinsame Mitteilung mit der Planungsbehörde NDRC gegen Verkäufe unter Kosten. Die Preise für N-Typ-Polysilizium zogen von rund 30,5 bis 33 auf etwa 40 bis 43 Renminbi je Kilogramm an. Die Branchenlager sind mit rund 700.000 Tonnen allerdings weiter prall gefüllt, die Nachfrage der Abnehmer bleibt schwach.
Die Bilanz bietet Puffer. Daqo hat keine Schulden und hält liquide Mittel von 2,06 Milliarden Dollar. Allerdings flossen in den ersten neun Monaten 215,0 Millionen Dollar operativ ab, auch weil die Lagerbestände auf 392,1 Millionen Dollar wuchsen.
Weniger Produktion, neues Standbein
Für das vierte Quartal plant das Management 35.000 bis 45.000 Tonnen, nach 53.469 Tonnen im dritten. Die Auslastung könnte sinken, um Lager abzubauen. Die Auslieferungen sollen die Produktion übertreffen, der Verkaufspreis höher liegen als zuletzt. Für das Gesamtjahr peilt Daqo 175.000 bis 185.000 Tonnen an.
Parallel baut das Unternehmen ein zweites Geschäft auf: Energiespeicher, Festkörpertransformatoren und Festkörper-Leistungsschalter für KI-Rechenzentren. Partner ist die verbundene Daqo Group. Erste Umsätze erwartet das Management 2027, der operative Cashflow soll bis Jahresende positiv werden. Dafür sind etwa eine Milliarde Yuan Investitionen eingeplant.
Die Börse reagierte verhalten. Vorbörslich lag die Aktie bei gut 10 Dollar und damit nahe dem Jahrestief. Der Weg zurück in die Gewinnzone führt laut Management über Preise von 45 bis 50 Renminbi je Kilogramm, die Daqo für möglich hält, wenn der Abbau der Überkapazitäten schneller vorankommt.
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