Datatec Aktie: Aktionäre wählen mehrheitlich neue Aktien
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 04:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deDatatecs Sonderausschüttung führt überwiegend zu neuen Aktien statt zu Barauszahlungen. Rund zwei Drittel der Aktionäre entschieden sich bei der am Donnerstag angebotenen Ausschüttung für die Aktienalternative. Damit bleibt ein großer Teil der Mittel im Unternehmen. Zugleich wächst die Aktienzahl erheblich – ein wichtiger Faktor für die Einordnung künftiger Ergebnisse je Aktie.
Mehrheit verzichtet auf Barauszahlung
Insgesamt bot Datatec eine Sonderdividende von R7,05 Mrd. an. Auf jede Aktie entfielen R29, wahlweise als Barausschüttung oder über die sogenannte Scrip-Alternative in neuen Aktien.
Die Entscheidung fiel deutlich zugunsten der Wiederanlage aus. Für Datatec bedeutet das einen geringeren Mittelabfluss als bei einer vollständigen Barausschüttung. Für Anleger stehen damit nicht nur die Höhe der Sonderdividende, sondern auch deren Folgen für die Kapitalstruktur im Mittelpunkt.
Für R4,78 Mrd. wählten die Aktionäre neue Aktien. Die Ausgabe erfolgte zu R50,63 je Stück. Für R2,28 Mrd. entschieden sich die Anteilseigner dagegen für Bargeld.
Laut TechCentral steigt die Aktienzahl durch die Maßnahme um fast 40%. Für Aktionäre ist deshalb entscheidend, die Sonderausschüttung und die vergrößerte Aktienbasis gemeinsam zu betrachten. Eine hohe Ausschüttung allein beschreibt die wirtschaftlichen Folgen dieser Wahlmöglichkeit nicht vollständig.
Finanzierungsvereinbarung bindet Montanana
Bei CEO Jens Montanana war die Entscheidung nicht vollständig frei. Eine Finanzierungsvereinbarung verpflichtete ihn, für rund 90% seiner Beteiligung die Aktienalternative zu wählen. Nach der Maßnahme hält er über 20% der ausgegebenen Aktien.
Seine Wahl lässt sich daher nicht ausschließlich als freiwillige Präferenz für eine Wiederanlage interpretieren. Die vertragliche Bindung ist ein wesentlicher Teil der Einordnung seiner Beteiligung.
Den Hintergrund der Sonderdividende bildet der am 4. August abgeschlossene Westcon-Deal. Dieser beruhte auf einer Bewertung von 950 Mio. Dollar. Rund 435 Mio. Dollar des Erlöses waren für die Sonderdividende vorgesehen.
Ergebnisse sollen operative Entwicklung konkretisieren
Neben der Kapitalmaßnahme rückt nun das Geschäft in den Blick. Westcon und Logicalis International meldeten operativ ihr jeweils bestes erstes Halbjahr. Logicalis Latin America blieb hingegen schwach. Die Entwicklung innerhalb der Gruppe fällt damit unterschiedlich aus.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Datatec einen Anstieg um mehr als die Hälfte. Für das ausgewiesene Headline-Ergebnis je Aktie liegt die erwartete Steigerung dagegen bei 0,5–7,3%. Die Zwischenergebnisse werden am oder um den 29. Oktober erwartet.
Für Anleger kommt es damit auf zwei getrennte Aspekte an: die Folgen der Aktienalternative und die operative Ertragsentwicklung. Der deutliche Unterschied zwischen den erwarteten Ergebniskennzahlen macht eine sorgfältige Betrachtung der angekündigten Zahlen besonders wichtig. Die Sonderausschüttung ersetzt diese Prüfung nicht.
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