DAX, Autowerte

DAX: Autowerte zünden Rekordlauf

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 07:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAX schloss auf Rekordniveau, angeführt von BMW. Positive Chemiedaten stützten den Markt, während Rüstungsaktien nachgaben.

DAX erreicht Rekordhoch: BMW und Chemiewerte treiben Rally
Ein modernes Elektroauto fährt bei Sonnenuntergang auf einer Autobahn. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ausgerechnet die falkenhafte Rede eines Notenbankchefs hat den DAX am Freitag zu neuen Höhen getrieben. Fed-Chef Kevin Warsh warnte in Jackson Hole deutlich vor Inflationsrisiken und signalisierte Bereitschaft für höhere Zinsen — und die Anleger feierten trotzdem.

Der deutsche Leitindex kletterte im Tagesverlauf bis auf 26.618,74 Punkte und markierte damit ein neues Allzeithoch, auch auf Schlusskursbasis ging es mit 26.569,99 Punkten und einem Plus von 0,77 Prozent auf Rekordniveau zu Ende.

Das klingt zunächst paradox. Warsh sprach von einer robusten US-Wirtschaft, die das aktuelle Zinsniveau gut verkrafte, warnte aber gleichzeitig vor zu hoher Inflation.

Genau diese Kombination aus Stärke-Signal und Zins-Drohung interpretierten die Marktteilnehmer offenbar positiv: Eine Fed, die sich um Preisstabilität kümmert, ohne die Konjunktur abzuwürgen, gilt als beherrschbares Risiko. Hinzu kamen starke US-Techzahlen von Nvidia und Salesforce sowie sinkende Ölpreise, die durch Gespräche zwischen Iran und Oman über die Straße von Hormus genährt wurden.

BMW führt die Rekordjagd an

Die eigentliche Wucht der Rally kam allerdings aus dem Autosektor. BMW schoss um 4,5 Prozent nach oben, gestützt von einer positiveren Einschätzung der Citigroup — die Analysten verwiesen darauf, dass die Aktie unterhalb der Nettoliquidität des Industriegeschäfts gehandelt werde und das Abwärtsrisiko damit begrenzt sei. Mercedes-Benz und Volkswagen zogen jeweils rund drei Prozent an, auch Zulieferer wie Continental und Schaeffler profitierten.

Parallel dazu sorgten überraschend positive Ifo-Daten für die Chemiebranche für Kauflaune. Der Geschäftsklimaindex der Branche sprang von minus 26,3 auf minus 2,4 Punkte, die aktuelle Lage wurde erstmals seit vier Jahren wieder positiv bewertet.

BASF, Brenntag, Lanxess und Wacker Chemie zählten entsprechend zu den Gewinnern. Siemens erreichte ebenfalls ein Rekordhoch und erholte sich damit vollständig von den Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Quartalszahlen.

Nicht alle Sektoren zogen mit: Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und TKMS gaben nach, während der Rüstungszulieferer Deutz von seiner geplanten Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft profitierte und auf den höchsten Stand seit 1998 kletterte.

Die kommende Woche dürfte die Frage beantworten, ob der Schwung trägt. Am Mittwoch legt Broadcom Quartalszahlen vor, die die KI-Euphorie neu befeuern könnten. Zum Wochenschluss steht der US-Arbeitsmarktbericht an — nach den schwachen Juli-Daten ein möglicher Belastungstest für die aktuelle Zinserwartung.

In der Eurozone gilt eine EZB-Zinserhöhung im September bereits als weitgehend eingepreist, frische Verbraucherpreisdaten am Dienstag könnten diese Erwartung untermauern.

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