DAX: Dickes Fell gegen Nahost-Risiko
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der DAX bleibt hartnäckig auf Rekordkurs, obwohl die Lage rund um die Straße von Hormus alles andere als entspannt ist. Zum Wochenstart stagnierte der deutsche Leitindex knapp unter seiner Bestmarke, am Dienstag zeichnet sich zum Handelsbeginn ein moderates Plus ab. Der Broker IG taxierte den Dax am Morgen rund 0,2 Prozent höher auf etwa 26.370 Punkte — noch unterhalb des Intraday-Rekords von 26.445 Punkten vom vergangenen Freitag.
Gewinnwachstum trifft auf geopolitisches Risiko
Was den Index stützt, ist vor allem die laufende Bilanzsaison. Die Dax-Unternehmen liefern trotz hoher Energiepreise solides Gewinnwachstum, gepaart mit moderaten Bewertungen und einer eher zurückhaltenden Anlegerstimmung. Diese Kombination beschrieb Consorsbank-Analyst Jochen Stanzl als konstruktives Umfeld für den Index.
Beim Nahostkonflikt hätten sich die Marktakteure inzwischen an ein Wechselspiel zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt, so Stanzl. Die Reaktionen auf schlechte Nachrichten fallen entsprechend gedämpfter aus als noch vor Wochen. Stanzl warnt aber vor Selbstgefälligkeit: Resilienz sei nicht gleichbedeutend mit Immunität, der Nahostkonflikt bleibe ein Pulverfass — die Stimmung könne jederzeit blitzschnell drehen.
Konkreter Auslöser der Nervosität ist die Straße von Hormus. Iran macht eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig und will zusätzlich Gebühren für die Durchfahrt erheben. US-Präsident Trump erklärte unterdessen, die US-Marine habe die Meerenge von Minen befreit und halte nun die vollständige Kontrolle über die Straße — eine Aussage, die an den Terminmärkten für leichte Erleichterung sorgte.
Wall Street bremst, Asien uneinheitlich
An der Wall Street ging es zum Wochenauftakt leicht abwärts. Dow Jones und S&P 500 gaben jeweils rund 0,1 Prozent nach, der technologieschwere Nasdaq 100 verlor etwas mehr als 0,3 Prozent. Belastet wurde die Stimmung von Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten, nachdem zuvor nachlassende Zinssorgen nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag noch für Auftrieb gesorgt hatten.
In Asien zeigte sich am Dienstag ein gemischtes Bild. Der Kospi in Südkorea legte deutlich zu, während der Hang-Seng-Index in Hongkong nachgab. Der CSI 300 der chinesischen Festlandbörsen bewegte sich kaum von der Stelle.
Die entscheidenden Impulse dürften diese Woche aber aus den USA kommen. Am Mittwoch und Donnerstag stehen die US-Verbraucher- und Erzeugerpreise auf der Agenda, am Freitag folgen Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen der University of Michigan. Diese Daten dürften mitentscheiden, wie die Fed ihren weiteren Zinspfad ausrichtet — und damit, ob der Dax seinen Rekordlauf in dieser Woche fortsetzen kann.
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