DAX, Seitwärtsmarkt

DAX: Seitwärtsmarkt auf Bewährungsprobe

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 11:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Inflationsrisiken und Zweifel an der Rendite von KI-Investitionen belasten den DAX, während Anleger auf Unternehmensausblicke achten.
Ein ruhiges, modernes Büro einer Finanzhandelsplattform in der Abenddämmerung mit ausgeschalteten Bildschirmen. Illustration mit AI erstellt.

Der deutsche Leitindex startet mit einem kleinen Plus in eine Woche, die es in sich hat. Hohe Ölpreise, Inflationssorgen und Zweifel am KI-Boom belasten die Stimmung. Vorbörslich signalisierte der X-DAX ein Plus von 0,3 Prozent auf 25.251 Punkte.

Energie, Zinsen und die KI-Rechnung

Die Ölpreise gaben zum Wochenstart etwas nach, bleiben aber sehr hoch. Sie haben bereits Spuren bei Erzeuger- und Verbraucherpreisen hinterlassen. Setzt sich der Trend fort, wächst der Druck auf die Notenbanken, mit weiteren Zinserhöhungen zu reagieren. Steigende Renditen würden Aktien zusätzlich belasten.

Etwas Entlastung kommt vom Anleihemarkt: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hat sich knapp unter der Fünf-Prozent-Marke stabilisiert.

Im Technologiesektor verschiebt sich die Debatte. Am Potenzial künstlicher Intelligenz zweifelt kaum jemand, doch die Frage nach der Rendite der gewaltigen Infrastrukturinvestitionen wird lauter. Vor allem kleinere Anbieter könnten sich bei steigenden Refinanzierungskosten übernehmen.

Antworten erhoffen sich Anleger von Amazon, Alphabet und Microsoft. Entscheidend sind weniger die Quartalszahlen als die Ausblicke auf die künftigen Investitionsausgaben. Sie dürften zeigen, ob die jüngsten Gewinnmitnahmen anhalten.

Einzelwerte mit eigenen Impulsen

Am heimischen Markt gibt es einige Kursimpulse. Bayer könnte von Interimsdaten einer Phase-III-Studie profitieren: Das Prostatakrebsmedikament Nubeqa senkte demnach das Risiko für Metastasen und die Mortalität deutlich. Händler sprechen von einem überraschend frühen weiteren Wachstumstreiber für das Blockbuster-Medikament.

Bei Hugo Boss hat sich die Frasers Group nach eigener Aussage die absolute Mehrheit gesichert und hält gut 50 Prozent. Marktteilnehmer halten einen weiteren Ausbau des Anteils für möglich.

Bei der Deutschen Börse sieht es anders aus. Oddo BHF hob das Kursziel leicht an, strich aber die Kaufempfehlung und votiert nun neutral. Die starke Gewinndynamik sei nach dem überraschend guten Quartalsbericht eingepreist. Exane BNP Paribas stufte zudem Munich Re auf "Neutral" ab.

Charttechnik: Spanne zwischen 25.000 und 25.350

Die Vorwoche verlief schwach, nun wagen sich laut Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners erste Schnäppchenjäger zurück. Eine Trendwende sei das nicht zwingend. Zuletzt hätten solche Käufer ihre Gewinne in steigenden Märkten rasch mitgenommen und weitere Anstiege gebremst. Der Experte sieht den DAX charttechnisch weiter in einem Seitwärtsmarkt gefangen.

Für heute zeichnet sich eine Handelsspanne zwischen 25.000 und 25.350 Punkten ab. Zum Wochenauftakt steht der ifo-Geschäftsklimaindex im Fokus. Die Marke von 25.000 Punkten bleibt in Reichweite. Ohne Entspannung bei den Inflationsrisiken oder überzeugende Unternehmenszahlen dürfte es dem Index schwerfallen, sich nachhaltig nach oben abzusetzen.

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