DAX: Tech-Zahlen dÀmpfen den Auftakt
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 15:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Erholung der Vortage gerĂ€t ins Stocken. Der X-DAX signalisiert fĂŒr den Leitindex gut eine Stunde vor dem Start ein Minus von 0,7 Prozent auf 25.463 Punkte. Am Mittwoch hatte der DAX noch den höchsten Stand seit vier Wochen erreicht.
KI-Skepsis trifft gute Zahlen
Auslöser sind die jĂŒngsten Quartalsberichte groĂer US-Konzerne. Meta wĂ€chst stark, hat aber klargemacht, dass der nĂ€chste KI-Schub viel Geld kosten wird. Tesla enttĂ€uschte, ebenso mussten IBM und der HalbleiterausrĂŒster Lam Research ĂŒber Nacht Kursverluste hinnehmen. In Asien gaben Technologiewerte im Nikkei und im Kospi merklich nach.
Marktexperte Stephen Innes sieht das Thema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Die Milliardengewinne von SpaceX hatten tags zuvor die Sorgen gelindert, nun kehren sie mit den widersprĂŒchlichen Signalen von Meta und Tesla zurĂŒck. Gute Zahlen allein genĂŒgen offenbar nicht mehr, um hohe Bewertungen zu rechtfertigen.
ZusĂ€tzlichen Druck liefert der Ălpreis. Brent notiert bei rund 112 Dollar je Barrel, die Lage im Nahen Osten bleibt ein Risiko fĂŒr Inflation und Unternehmensgewinne.
Gemischtes Bild bei den Einzelwerten
SAP liefert RĂŒckenwind. Der Softwarekonzern ĂŒberzeugte bei Umsatz und Gewinn und zeigt sich dank der CloudvertrĂ€ge etwas zuversichtlicher fĂŒr die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr. Die Aktie legt vorbörslich um 0,6 Prozent zu. Software und Chipwerte entwickeln sich zuletzt hĂ€ufig gegenlĂ€ufig, weil Anleger die KI-Folgen unterschiedlich einschĂ€tzen. Infineon gibt vorbörslich um drei Prozent nach.
Bei Renk sorgt der Verkauf des GleitlagergeschĂ€fts fĂŒr eine gekĂŒrzte Jahresprognose. Strategisch ergibt der Schritt im Konzernumbau Sinn, ein HĂ€ndler hinterfragt jedoch, ob die Ziele bereinigt um den Verkauf ebenfalls als KĂŒrzung zu werten sind. Die Aktie verliert auf Tradegate 2,7 Prozent.
Im Laborbereich stĂŒtzen Nachrichten. Bei Qiagen macht der Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Ăbernahme. Die Aktie nĂ€herte sich vorbörslich mit einem Plus von 4,7 Prozent dem Gebot von 46,50 Euro. Sartorius legt um 1,7 Prozent zu, weil die Neunmonatszahlen auf den ersten Blick besser ausfielen als erwartet.
Heute stehen weitere Unternehmenszahlen und US-Arbeitsmarktdaten an. Fallen die Tech-Berichte erneut gemischt aus, bleibt die Erholung ĂŒber dem Vierwochenhoch angreifbar.
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