DAX: US-Jobdaten verlieren 23.000 Stellen
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 00:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schwache Jobdaten aus den USA, ein neuer Rekordstand beim DAX – normalerweise passt das nicht zusammen. Am Freitag passte es trotzdem. Der DAX schloss bei 26.319,45 Punkten, ein Plus von 0,69 Prozent. Im Handelsverlauf markierte der Index sogar ein neues Allzeithoch bei 26.445 Punkten.
Der Grund für die Rally liegt ausgerechnet in schlechten Nachrichten. An der Börse heißt dieser Effekt "Bad News is Good News".
Schwacher US-Arbeitsmarkt macht Anleger hoffnungsvoll
Um 14:30 Uhr MEZ veröffentlichte das US-Arbeitsministerium die Nonfarm Payrolls für Juli. Erwartet wurde ein moderater Stellenaufbau. Stattdessen schrumpfte die Beschäftigung überraschend um 23.000 Stellen.
Der DAX pendelte am Vormittag noch bei seinem Tagestief von 26.224 Punkten. Nach der Veröffentlichung drehte der Index nach oben. Anleger werten die schwachen Daten als Signal für baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed.
Die Hoffnung: Die Fed greift ein, bevor sich eine Rezession verfestigt. Die Nervosität an den Märkten sank parallel spürbar. Der Volatilitätsindex VDAX-NEW fiel um 2,83 Prozent auf 15,39 Punkte.
SAP und Infineon treiben den Index
SAP führte die Gewinnerliste an. Die Aktie legte um 4,30 Prozent zu. Der Softwarekonzern profitierte von positivem Sentiment im Cloud-Geschäft und von Analystenlob für seine KI-Strategie.
Auch Infineon zog deutlich an, um 3,23 Prozent, gestützt durch positive Signale aus der asiatischen Halbleiterbranche. Scout24 kletterte um 3,52 Prozent.
Auf der Verliererseite standen MTU Aero Engines und die GEA Group. Beide Titel gaben leicht nach, um 0,78 beziehungsweise 0,55 Prozent, nach ihrer starken Vorwoche.
Insgesamt schlossen 32 der 40 DAX-Werte im Plus. Die Rally stand damit auf breiter Basis.
Charttechnik: Rekordmarke im Fokus
Mit dem Rekordhoch bei 26.445 Punkten liegt der DAX nur 0,48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Diese Marke gilt nun als zentraler Widerstand für die kommende Woche. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde technisches Potenzial bis in den Bereich von 27.000 Punkten eröffnen.
Nach unten bietet das Freitagstief bei 26.224 Punkten erste Unterstützung. Wichtiger ist die Zone zwischen 26.000 und 26.082 Punkten. Sie hat in der Vergangenheit bereits mehrfach gehalten.
Der Index notiert derzeit 4,74 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt und 7,55 Prozent über der 200-Tage-Linie. Das bestätigt den langfristigen Aufwärtstrend.
Der RSI liegt allerdings bei 69,7 Punkten, knapp unter der Schwelle von 70. Das deutet auf eine kurzfristige Überhitzung hin.
Für die kommende Woche stehen mehrere Termine an, die die Rally auf die Probe stellen:
- China-Inflation (Sonntag, 09.08.): Analysten erwarten einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,8 Prozent zum Vorjahr.
- Sentix-Investorvertrauen (Montag, 10.08.): Neue Stimmungsdaten aus der Eurozone, veröffentlicht um 10:30 Uhr MEZ.
- ZEW-Konjunkturerwartungen (Dienstag, 11.08.): Der wichtigste deutsche Frühindikator zeigt, wie Experten die Stabilisierung nach den jüngsten Industriedaten einschätzen.
- US-Verbraucherpreise (Mittwoch): Nach den schwachen Jobdaten könnten die Preisdaten die Zinssenkungserwartungen weiter festigen.
Hinzu kommt die Diskussion um mögliche US-Handelszölle. Sie könnte besonders die exportorientierten DAX-Schwergewichte belasten.
Seit Jahresbeginn hat der DAX bereits 7,47 Prozent zugelegt. Ob die Rekordmarke von 26.445 Punkten in der kommenden Woche fällt, entscheidet sich an den China- und US-Daten der nächsten Tage.
DAX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 9. August liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
