DAX: Verschnaufpause nach Rekordwoche
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 09:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwei Rekordtagen in Folge gönnt sich der deutsche Leitindex eine Pause. Der DAX schloss am Donnerstag mit 26.140,13 Punkten nur marginal im Plus – ein Anstieg um 0,05 Prozent, nachdem der Index am Dienstag mit 26.202,35 Zählern einen neuen Schlussstandrekord markiert und am Mittwoch intraday sogar 26.403,81 Punkte erreicht hatte. Die Verschnaufpause kommt nicht überraschend: Nach einem derartigen Lauf ist eine Konsolidierung fast schon logisch, zumal die Berichtssaison an diesem Tag gleich acht DAX-Konzerne mit Zahlen auf den Plan rief.
Gestützt wurde die Stimmung von der Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten. Iran und Oman sollen kurz vor einer Einigung über eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus stehen – für den globalen Öltransport eine der wichtigsten Meerengen überhaupt. Der Ölpreis reagierte trotz der Entspannungssignale mit einem Anstieg: Brent verteuerte sich um rund 2,4 Prozent auf über 81 Dollar je Fass.
Telekom und Henkel liefern, Siemens und Rheinmetall bremsen
Unter den Einzelwerten sorgte die Deutsche Telekom für den größten Ausschlag nach oben. Der Konzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal auf rund 29,9 Milliarden Euro, übertraf beim bereinigten EBITDA die Erwartungen und hob dank der starken Entwicklung bei T-Mobile US den Free-Cashflow-Ausblick für das Gesamtjahr an. Hinzu kommt ein ausgeweitetes Aktienrückkaufprogramm. Die Aktie kletterte um rund sechseinhalb Prozent an die Index-Spitze.
Auch Henkel überzeugte: Ein organisches Umsatzplus von 4,7 Prozent und ein starkes Klebstoffgeschäft veranlassten den Konsumgüterkonzern, die Jahresprognose anzuheben. Die Vorzugsaktie legte gut vier Prozent zu. Merck KGaA steigerte den Umsatz um 3,4 Prozent auf 5,43 Milliarden Euro und hob die Jahresziele ebenfalls an, blieb kursseitig aber nahezu unverändert.
Auf der Verliererseite dominierten zwei Namen, die eigentlich gute Zahlen vorlegten. Siemens steigerte den Auftragseingang dank starker Nachfrage nach Rechenzentren um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro und hob die Gewinnprognose je Aktie auf 11,20 bis 11,50 Euro an – die Aktie verlor trotzdem gut vier Prozent, weil der Konjunkturoptimismus im Vorfeld bereits eingepreist war und Anleger Gewinne mitnahmen. Rheinmetall wiederum steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr deutlich auf 5,23 Milliarden Euro, senkte aber die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr leicht auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro – die Titel gaben rund sechs Prozent ab. Commerzbank verdoppelte nahezu den Nettogewinn auf 898 Millionen Euro und bestätigte das Jahresziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro, die Aktie blieb davon jedoch nahezu unbeeindruckt.
Chip-Schwäche als Gegenwind aus Asien
Belastung kam von außen: Enttäuschende Zahlen mehrerer US-Speicherchip-Hersteller drückten auf die Stimmung in Asien und ließen koreanische Technologiewerte deutlich nachgeben. Der DAX blieb davon weitgehend unberührt – ein Indiz dafür, dass die heimische Berichtssaison und die Nahost-Hoffnung derzeit stärker wiegen als die Sorgen aus dem globalen Tech-Sektor.
Für kommende Handelstage bleibt die Frage im Blick, ob sich die Marke von 26.000 Punkten als tragfähige Unterstützung erweist. Mit Blick auf die noch ausstehenden Quartalsberichte weiterer DAX-Schwergewichte dürfte die Berichtssaison auch in den kommenden Tagen richtungsweisend für den Index bleiben.
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