DAX, ZurĂŒckhaltung

DAX: ZurĂŒckhaltung vor Warsh-Rede

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Halbleiteraktien stĂŒtzen den DAX, doch stĂ€rkere US-Inflation dĂ€mpft die Stimmung. Anleger warten auf Warshs Aussagen zur Fed-Politik.

DAX bleibt vor Warsh-Rede trotz Nvidia-Zahlen nahezu unbewegt
Leerer, moderner Handelsraum in Frankfurt bei morgendlichem Licht. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Nvidia liefert, der DAX zuckt nur mĂŒde mit den Schultern. Der Zahlenkracher des KI-Chipkonzerns hĂ€tte eigentlich fĂŒr mehr Schwung sorgen können. Stattdessen bewegt sich der deutsche Leitindex am Donnerstag nur in Trippelschritten und bleibt am Vortageshoch hĂ€ngen.

Der DAX notierte am Mittag bei rund 26.360 Punkten, ein Plus von 0,2 Prozent. Zum Vergleich: Am 12. August hatte der Index bei 26.573,60 ZĂ€hlern ein Intraday-Allzeithoch markiert, tags darauf folgte mit 26.440,31 Punkten eine neue Bestmarke auf Schlusskursbasis. Von dort ist der Markt derzeit ein StĂŒck entfernt — die Rekordjagd pausiert vorerst.

Chipwerte tragen, US-Inflation bremst

Der eigentliche Antrieb kommt aus dem Halbleitersektor. Infineon legte um 3,6 bis 4,3 Prozent zu, Aixtron um 4,7 Prozent, Suss Microtec sprang sogar 8,2 Prozent nach oben. Siemens Energy profitierte mit einem Plus von rund 3 Prozent vom ungebrochenen Stromhunger der Rechenzentren.

Auf der Bremse steht die US-Notenbankpolitik. Der PCE-Deflator als bevorzugtes Inflationsmaß der Fed fiel im Juli mit 0,2 Prozent stĂ€rker aus als die von Ökonomen erwarteten 0,1 Prozent. Damit bleibt eine Zinsanhebung noch vor Jahresende eine reale Möglichkeit — Marktbeobachter sehen das Thema keineswegs vom Tisch. Entsprechend richten sich alle Blicke auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole, wo Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag sprechen wird.

Verlierer und Sondertreiber

Nicht alle Werte profitierten von der guten Stimmung. Deutsche Bank, Continental, Heidelberg Materials und Allianz gaben zwischen 1 und 1,7 Prozent nach, wÀhrend Bayer, BASF und Deutsche Post moderater im Minus lagen.

Im MDAX sorgte dagegen die Kooperation von GFT Technologies mit der Deutschen Bank fĂŒr einen Kurssprung von 10 Prozent, und der SDax-Neuling Asta Energy legte nach starken Halbjahreszahlen um 6,6 Prozent auf 58 Euro zu — Nettoumsatz und Gewinn hatten sich dort deutlich verbessert.

Kepler Cheuvreux mischte zudem den Telekomsektor auf: United Internet und IONOS wurden auf "Buy" hochgestuft und legten jeweils rund 3 Prozent zu, wÀhrend die Deutsche Telekom nach ihrer Kaufempfehlungs-Streichung 1,9 Prozent verlor.

Die entscheidenden Impulse fĂŒr die kommenden Handelstage dĂŒrften ohnehin nicht aus Frankfurt kommen. Warshs Rede am Freitag wird zeigen, wie ernst die Fed die hartnĂ€ckige Inflation nimmt — und ob der DAX seinen Weg zurĂŒck zu den RekordstĂ€nden von Mitte August fortsetzen kann.

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