Delivery Hero Aktie: Vierte Prognoseanhebung
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 08:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während Uber sein Übernahmeangebot von 41,50 Euro je Aktie abwickelt, liefert Delivery Hero operativ ab. Der Berliner Lieferkonzern hat seine Jahresprognose in allen vier Kennzahlen angehoben — und übertrifft damit die eigenen, erst im April nach oben korrigierten Ziele erneut deutlich.
Im zweiten Quartal wuchs der Bruttowarenwert (GMV) um 11,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro, nach 8,8 Prozent im ersten Quartal. Der Umsatz legte um 17,7 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro zu. Das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr stieg auf 426,7 Millionen Euro und lag damit über der Konsensschätzung von rund 396 Millionen Euro.
Free Cashflow springt kräftig an
Besonders auffällig: Der Free Cashflow vor Sondereffekten kletterte im ersten Halbjahr auf 348 Millionen Euro, nach minus 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Möglich wurde das auch durch die Refinanzierung des Konsortialkredits im März und den Rückkauf der Wandelanleihen 2026 und 2027. Zum Halbjahresende verfügte der Konzern über einen Barmittelbestand von 2,8 Milliarden Euro, ergänzt um erwartete Zuflüsse von 600 Millionen Dollar aus dem für das vierte Quartal geplanten Verkauf des Taiwan-Geschäfts.
Für das Gesamtjahr rechnet Delivery Hero nun mit einem GMV-Wachstum von 9 bis 11 Prozent statt zuvor 8 bis 10 Prozent, einem Umsatzplus von 17 bis 19 Prozent statt 14 bis 16 Prozent sowie einem bereinigten EBITDA zwischen 960 Millionen und einer Milliarde Euro. Der Free Cashflow soll über 250 Millionen Euro liegen, nach zuvor mehr als 200 Millionen Euro in Aussicht gestellten.
Quick Commerce als Wachstumstreiber
Treiber der Beschleunigung ist die sogenannte Everyday-App-Strategie mit dem Ausbau des Quick-Commerce-Geschäfts über die "Dmart"-Lagerhäuser. Die Bestellungen an diesen Standorten stiegen um 39 Prozent — das sechste Quartal mit beschleunigtem Wachstum in Folge.
Regional lief es in den Americas mit einem GMV-Plus von 29,1 Prozent am stärksten, während Saudi-Arabien mit einer Abo-Durchdringung von 63 Prozent des lokalen GMV die höchste Quote der Gruppe erreichte.
Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem moderaten Plus von 1,41 Prozent auf 37,38 Euro — noch deutlich unter dem Übernahmepreis von Uber. Der Fahrdienstleister hatte sein Angebot Mitte Juli angekündigt, nachdem er in den vergangenen Monaten zum größten Aktionär aufgestiegen war.
Bis zum für die zweite Jahreshälfte 2027 erwarteten Vollzug der Transaktion, der noch regulatorische Genehmigungen benötigt, operieren beide Unternehmen weiter unabhängig voneinander.
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