Demire: 10-Prozent-Crash trotz Prognose-Anhebung
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 10:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein kräftiger Kursrückgang von -10 % am heutigen Dienstag steht bei Demire Deutsche Mittelstand Real Estate einer operativen Aufwärtstendenz gegenüber. Das Unternehmen hat erst vor wenigen Tagen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Hintergrund für den Optimismus der Geschäftsführung ist ein besser als erwartet ausgefallenes erstes Halbjahr, das durch eine spürbare Verbesserung der Ertragskennzahlen geprägt war.
Angehobene Jahresziele für 2026
Auf Basis der Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten hat das Management die Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 heraufgestuft. Demire rechnet nun mit Mieterträgen in einer Spanne von 42,5 bis 44,5 Millionen Euro, nachdem zuvor lediglich 41,5 bis 43,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren.
Besonders deutlich fällt die Korrektur bei den operativen Ergebnissen aus der Vermietung (FFO I) aus: Hier erwartet das Unternehmen nun einen Wert zwischen 0,5 und 2,5 Millionen Euro. Ursprünglich war die Geschäftsführung von einem Ergebnis zwischen minus 1,0 und plus 1,0 Million Euro ausgegangen.
Dieser verbesserte Ausblick konnte die heutige Kursreaktion jedoch nicht abfedern. Mit dem aktuellen Stand von 0,3820 € weist der Titel seit Jahresbeginn eine negative Entwicklung von -5,5 % auf. Marktbeobachter registrieren die Diskrepanz zwischen der operativen Prognoseanhebung und der aktuellen Marktbewertung, die weiterhin deutlich unter den bilanzierten Werten liegt.
Operative Entwicklung und Portfolio-Kennzahlen
Die Halbjahreszahlen untermauern den angepassten Ausblick. Demire erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 8,0 Millionen Euro. Damit gelang dem Unternehmen ein deutlicher Turnaround gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem noch ein Verlust von 24,9 Millionen Euro zu Buche stand.
Die Mieterträge beliefen sich im ersten Halbjahr auf 23,0 Millionen Euro, was aufgrund von Portfolioveränderungen einen Rückgang gegenüber den 27,8 Millionen Euro des Vorjahres darstellt.
Das operative Ergebnis FFO I lag mit 2,0 Millionen Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 5,0 Millionen Euro, übertraf jedoch die internen Erwartungen für den Berichtszeitraum. Der Marktwert des Immobilienportfolios wurde zum Stichtag mit 670,8 Millionen Euro angegeben, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Jahresende 2025 bedeutet. Der Nettovermögenswert (NAV) je Aktie reduzierte sich im gleichen Zeitraum von 1,59 Euro auf 1,40 Euro.
Vermietungserfolge und Bilanzstruktur
Ein wichtiger operativer Meilenstein war der Abschluss eines neuen Großmietvertrags in Bonn. Demire konnte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Mieter für rund 10.000 Quadratmeter in der Reuterstraße 65 gewinnen.
Der Bezug der Flächen im ehemaligen Hauptquartier der Deutschen Telekom ist für den Herbst 2026 geplant. Dieser Erfolg unterstreicht die Strategie des Unternehmens, freiwerdende Flächen durch eine Multi-Tenant-Positionierung neu am Markt zu platzieren.
Trotz der Neuvermietung stieg die EPRA-Leerstandsquote zum Halbjahr auf 21,5 %, nachdem sie Ende 2025 noch bei 16,4 % gelegen hatte. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (WALT) konnte hingegen leicht auf 5,0 Jahre gesteigert werden.
Finanziell zeigt sich das Unternehmen stabilisiert: Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten sanken geringfügig auf 4,74 % pro Jahr, während der Net-LTV mit 42,4 % nahezu auf dem Niveau des Jahresendes verblieb. Die liquiden Mittel des Konzerns bezifferte Demire zum Halbjahr auf 44,4 Millionen Euro.
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