Dow Jones: Rekordjagd dank Iran-Hoffnung
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein möglicher Waffenstillstand im Nahen Osten schickt die Wall Street auf neue Höchststände. Der Dow Jones markiert am Montag ein Rekordhoch, nachdem US-Präsident Donald Trump geplante Angriffe auf iranische Ziele abgesagt hat und stattdessen auf eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen setzt. Ganz unumstritten ist die Entspannung allerdings nicht — aus Teheran kommt Widerspruch.
Gegen Mittag New Yorker Zeit steht der Index bei 53.004 Punkten, ein Plus von einem Prozent. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums bestreitet, dass überhaupt Gespräche mit Washington laufen. Der Markt scheint das Risiko dennoch geringer zu gewichten als noch vor wenigen Tagen — S&P 500 und Nasdaq Composite ziehen mit 1,2 beziehungsweise 1,9 Prozent sogar noch stärker an.
Ă–lpreis und Zinsen liefern RĂĽckenwind
Der eigentliche Treiber der Rally liegt am Rohstoffmarkt. Brentöl verbilligt sich um rund 4,8 Prozent auf 83,70 Dollar je Barrel, zusätzlich gedrückt von der Ankündigung der Opec, die Fördermenge im September auszuweiten. Sinkende Energiepreise nehmen Druck von der Inflation — und das zeigt sich prompt an den Anleihemärkten.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt um sechs Basispunkte auf 4,69 Prozent. Niedrigere Zinsen gelten als Kurstreiber für Aktien, weil sie künftige Gewinne stärker gewichten. Parallel dazu haben die USA und Japan eine koordinierte Intervention zur Stützung des Yen bestätigt, was den Dollar gegenüber der japanischen Währung spürbar schwächer werden lässt.
Boeing gefragt, Marriott und Gamestop unter Druck
Unter den Einzelwerten sticht Boeing heraus: Die Aktie legt rund 4,8 Prozent zu, nachdem BNP Paribas das Rating von "Sell" auf "Buy" angehoben haben soll. Amazon gewinnt fast fĂĽnf Prozent und knackt damit eine Marktkapitalisierung von drei Billionen Dollar.
Auf der Verliererseite steht Marriott mit einem Kursrückgang von 7,4 Prozent — Umsatz und Ausblick blieben im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurück, der Konzern bekommt die Folgen des Nahostkonflikts im Reisegeschäft direkt zu spüren. Gamestop verliert knapp 13 Prozent, nachdem das Unternehmen Wandelanleihen im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar in Aktien umwandelt und damit bestehende Anteile verwässert. Im Pharmasektor sorgen Fusionsgerüchte zwischen Bristol-Myers Squibb und Astrazeneca für Bewegung, Analysten sehen wegen kartellrechtlicher Hürden aber Skepsis angebracht.
Die Woche bleibt datenreich: Am Dienstag folgen Zahlen zu offenen Stellen, am Mittwoch der ADP-Bericht, und am Freitag steht mit dem offiziellen Arbeitsmarktbericht für Juli der wichtigste Termin an. Nach Börsenschluss legt Palantir seine Quartalszahlen vor, am Dienstag folgt SpaceX erstmals seit dem Börsengang.
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