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Duke Energy Aktie: Tech-Konzerne sichern Netzausbau ab

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tech-Konzerne sollen Netzkosten mittragen; Analysten senken Kursziele, während Duke Energy den Gewinnausblick für 2026 bestätigt.

Makro-Detailaufnahme eines nassen Hochspannungsisolators mit Kupferleiter
Duke Energy Isolatoren US26441C2044 in extremer Makroaufnahme mit glänzenden Regentropfen auf glasierter Keramikoberfläche Illustration mit AI erstellt.

Der rasant wachsende Strombedarf für Künstliche Intelligenz zwingt Netzbetreiber zu neuen Wegen bei der Finanzierung. Duke Energy hat Vereinbarungen mit Technologiekonzernen wie Amazon, Google, Meta und Microsoft getroffen, um finanzielle Risiken beim Ausbau der Infrastruktur für Großrechenzentren in North Carolina abzufedern.

Die Verträge sehen unter anderem vor, dass Tech-Unternehmen nicht erstattungsfähige Vorauszahlungen für dedizierte Netzinfrastruktur leisten und Sondertarife für Großverbraucher zahlen. Auf diese Weise sollen Bestandskunden vor übermäßigen Kostensteigerungen geschützt werden. Die Maßnahmen stehen allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.

Regulierung und Tarifstreit in North Carolina

Die neuen Schutzmechanismen fallen in eine Phase verschärfter regulatorischer Debatten. In North Carolina formierte sich zuletzt politischer Widerstand gegen Tarifanträge des Versorgers.

Der dortige Generalstaatsanwalt Jeff Jackson wies vorgeschlagene Tariferhöhungen zurück und argumentierte, die beantragten Erhöhungen würden Verbraucher über zwei Jahre um fast 960 Millionen US-Dollar mehr als notwendig belasten. Jackson forderte stattdessen eine separate Tarifklasse für Rechenzentren, damit die Großverbraucher für ihren eigenen Netzausbau aufkommen.

Duke Energy verweist darauf, dass Rechenzentren ihre vollen Anschlusskosten tragen müssen und bei neuen Vereinbarungen auch Lastverschiebungen zu Spitzenzeiten verlangt werden.

Zugleich plant der Konzern erhebliche Investitionen: Der Fünfjahresplan für Sachinvestitionen beläuft sich auf rund 103 Milliarden US-Dollar. Bei einer weiteren Umwandlung der bestehenden Projektpipeline für Rechenzentren könnten zusätzliche 5 bis 10 Milliarden US-Dollar hinzukommen.

Analysten dämpfen kurzfristige Kurserwartungen

Trotz des strukturellen Nachfrageüberhangs reagiert die Wall Street zurückhaltend auf das regulatorische Umfeld. Die Analysten von Jefferies senkten heute ihr Kursziel für Duke Energy von 129 auf 121 US-Dollar und bestätigten ihre Einstufung mit „Hold“.

Das Bankhaus begründete den Schritt mit dem Wachstumsausblick und erwartet vorerst keine Anhebung des langfristigen Gewinnwachstumsziels von 5 bis 7 Prozent je Aktie. Ein umfassenderes Update wird erst Anfang 2027 erwartet. Auch das Analysehaus Truist passte heute das Kursziel nach unten an und verwies dabei auf die zeitlichen Abläufe in den Regulierungsverfahren.

Gleichzeitig bekräftigte Duke Energy seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr 2026, der ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 6,55 und 6,80 US-Dollar vorsieht.

Im heutigen Handel legt die Aktie an den europäischen Börsen leicht um 0,9 Prozent auf 105,10 Euro zu. Damit notiert der Titel 1,2 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 103,82 Euro. Für Anleger bleibt der Spagat zwischen milliardenschwerem Netzausbau und regulatorischer Genehmigung die zentrale Herausforderung der kommenden Quartale.

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