DWS Aktie: Goldman senkt Kursziel, Barclays hebt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 21:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie jĂŒngsten GeschĂ€ftszahlen der DWS fĂŒhren bei Analysten nicht zu einer einheitlichen Bewertung. Gestern senkte Goldman Sachs sein Kursziel und bestĂ€tigte die Verkaufsempfehlung. Barclays hob dagegen seine Zielmarke leicht an und blieb bei einer neutralen Einstufung. FĂŒr Anleger ergibt sich damit kein klares positives Signal: Die RekordzuflĂŒsse ĂŒberzeugen nicht alle Beobachter gleichermaĂen von den Gewinnperspektiven.
Goldman Sachs reduziert die Erwartungen
Goldman-Sachs-Analyst Oliver Carruthers setzte das Kursziel auf 64 Euro herab. Zugleich reduzierte er seine Gewinnprognosen bis 2028 um etwa 2 Prozent. Die Einstufung lautet weiterhin âSellâ.
Damit geht die vorsichtige Haltung des Hauses ĂŒber eine reine Bewertungsfrage hinaus. Carruthers rechnet auch mit niedrigeren Gewinnen als zuvor. Die hohen MittelzuflĂŒsse allein reichen aus seiner Sicht offenbar nicht aus, um die bisherige Ergebniserwartung aufrechtzuerhalten.
Barclays-Analyst Michael Sanderson erhöhte sein Kursziel dagegen von 65 auf 66 Euro. Seine Einstufung âEqual Weightâ bestĂ€tigte er gestern.
Sanderson passte seine SchĂ€tzungen nach der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht an. Die leichte Anhebung ist allerdings kein Wechsel zu einer Kaufempfehlung. Beide HĂ€user unterscheiden sich damit in der Richtung ihrer KurszielĂ€nderungen, ohne eine ausdrĂŒcklich positive Anlageempfehlung auszusprechen.
ZuflĂŒsse und Ergebnis sind getrennt zu bewerten
Den Hintergrund dieser unterschiedlichen EinschĂ€tzungen bildet ein starkes NeugeschĂ€ft. DWS meldete fĂŒr das dritte Quartal 2026 Rekord-NettomittelzuflĂŒsse von EUR 30,9 Mrd. Das verwaltete Vermögen erreichte EUR 1.221 Mrd.
FĂŒr die Bewertung der Aktie kommt es jedoch nicht allein auf die Höhe der verwalteten Gelder an. Die gesenkten GewinnschĂ€tzungen von Goldman Sachs zeigen, warum Anleger zwischen Wachstum beim Vermögen und erwarteter Ergebnisentwicklung unterscheiden mĂŒssen.
DWS erzielte im Berichtsquartal einen Umsatz von EUR 784 Mio. Das Vorsteuerergebnis betrug EUR 325 Mio., der Nettogewinn EUR 230 Mio.
Immobilienfonds setzt zusÀtzliches Risikosignal
Neben der Ergebnisbewertung steht das LiquiditĂ€tsmanagement eines Immobilienfonds im Blick. DWS Grundbesitz beschrĂ€nkte am Dienstag die AnteilsrĂŒcknahme beim offenen Immobilienfonds âgrundbesitz europaâ.
Seit gestern werden fĂ€llige RĂŒcknahmeauftrĂ€ge zunĂ€chst nur zu 10 Prozent ausgefĂŒhrt. Der nicht ausgefĂŒhrte Teil verfĂ€llt. Die BeschrĂ€nkung kann höchstens zwölf Monate gelten.
Sie soll Zeit fĂŒr geordnete ImmobilienverkĂ€ufe und die StĂ€rkung der LiquiditĂ€t schaffen. Diese MaĂnahme betrifft einen konkreten Fonds, nicht die gesamten MittelzuflĂŒsse der DWS. FĂŒr die Einordnung der Aktie bleibt die Trennung entscheidend: RekordneugeschĂ€ft, Gewinnerwartungen und fondsbezogene LiquiditĂ€tsrisiken sind unterschiedliche Bewertungsfaktoren.
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