easyJet Aktie: Fristen laufen synchron
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Übernahmeschlacht um easyJet geht in ihre entscheidende Woche. Die Fluggesellschaft hat die Frist für Castlelake, ein verbindliches Angebot vorzulegen, auf den 7. August verschoben – exakt auf den Termin, der bereits für Konkurrent Apollo Global Management gilt. Damit bleibt das Bieterduell bis zum Donnerstag offen, und die Börse reagierte prompt: Die Aktie zog am Montag um mehr als zwei Prozent auf 645,60 Pence an und setzte sich damit deutlich vom nahezu unveränderten FTSE 100 ab.
Zwei Gebote, eine Frist
Der Aufsichtsrat von easyJet hat sich bereits im Juli für das Angebot von Apollo ausgesprochen. Die Private-Equity-Gesellschaft bietet 715 Pence je Aktie und bewertet das Unternehmen mit 5,7 Milliarden Pfund. Castlelake hatte zuvor 690 Pence je Aktie geboten, umgerechnet 5,5 Milliarden Pfund – aus Sicht des Boards das schwächere Paket.
Beide Bieter erhalten weiterhin Zugang zur Due Diligence, die britische Übernahmeaufsicht hat die Fristangleichung genehmigt. Offen bleibt, wie die künftige Eigentümerstruktur aussehen könnte und welche Ausstiegsoptionen bestehenden Investoren bei einem Zuschlag offenstehen. Bis Donnerstag müssen sich beide Interessenten entweder zu einem festen Angebot bekennen oder aus dem Rennen aussteigen – es sei denn, die Übernahmeaufsicht gewährt eine weitere Fristverlängerung.
Ein Hedgefonds erhöht seinen Einsatz
Während der Bieterstreit läuft, bauen auch Marktteilnehmer ihre Positionen aus. Pentwater Capital Management hat seine Beteiligung über einen Swap um rund 1,7 Millionen Aktien aufgestockt und hält nun cash-settled Derivate im Gegenwert von 9,7 Millionen easyJet-Aktien, was einem Anteil von 1,27 Prozent entspricht. Solche Meldepflichten nach dem britischen Übernahmekodex sind während laufender Bieterverfahren üblich, geben aber einen Hinweis darauf, dass institutionelle Investoren auf eine Zuspitzung des Duells setzen.
Der Hintergrund der Übernahmefantasie liegt auch im operativen Geschäft. easyJet hatte Ende Juli für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch von rund 70 Prozent gemeldet – der Iran-Konflikt trieb die Treibstoffpreise nach oben und dämpfte die Reiselust. Das Unternehmen signalisierte gleichzeitig, dass sich die Buchungstrends vor der Hauptsaison im Sommer verbessern. Vor dem Auftauchen der Bieter hatte die Aktie im Zuge der treibstoffgetriebenen Verkaufswelle zeitweise mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.
Bis Donnerstag entscheidet sich, ob Apollo oder Castlelake ein festes Angebot vorlegt – oder ob einer der beiden Bieter das Feld räumt. Ein nachgebessertes Gebot vor dem 7. August gilt als eines der Szenarien, die der Markt derzeit einpreist.
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