Electro Optic Systems Aktie: Slinger-Fertigung zieht nach Huntsville
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 17:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Electro Optic Systems treibt die Expansion im Markt für Drohnenabwehr voran und verlegt Teile der Fertigung in die Vereinigten Staaten. Die Unternehmenstochter EOS Defense Systems USA kündigte gestern an, die nächste Generation des Abwehrsystems Slinger ab 2027 am Standort Huntsville im Bundesstaat Alabama zu produzieren.
Das System befindet sich in der finalen Entwicklungsphase und zielt auf Streitkräfte der USA sowie verbündeter Staaten ab. An den europäischen Handelsplätzen reagierten Marktteilnehmer dennoch mit Verkäufen: Die Aktie verlor heute 7,8 Prozent auf 6,55 Euro.
Weiterentwicklung des Slinger-Systems
Die neue Generation der Slinger-Plattform soll verbesserte Sensoren mit erweiterten Automatisierungsfunktionen kombinieren. Das System integriert ein 4D-Radar von Echodyne sowie eine 30-Millimeter-Kanone des Typs Bushmaster M230LF auf einer stabilisierten Waffenstation.
Nach Unternehmensangaben erlaubt die Konstruktion die Bekämpfung von Zielen auf Distanzen von über 800 Metern direkt während der Fahrt. Zudem lassen sich Drohnen und Bodenziele von derselben Station bekämpfen, ohne dass ein Wechsel der Bewaffnung erforderlich ist.
Mit dem Aufbau der Fertigungslinie in Huntsville reagiert das australische Rüstungsunternehmen auf logistische Anforderungen internationaler Beschaffungsbehörden. Die lokale Montage soll Lieferketten verkürzen, Vorlaufzeiten reduzieren und die Kosten für US-Kunden verringern.
Auf der Rüstungsmesse Land Forces thematisierte Lee Kormany, Executive Vice President von EOS Defence Systems Australia, gestern zudem globale Engpässe bei programmierter Annäherungszündermunition und präsentierte den EOS Interceptor als Ergänzung des Abwehrportfolios.
Hoher Auftragsbestand stützt Jahresziele
Operativ stützt sich Electro Optic Systems auf gefüllte Auftragsbücher. Zum Ende des ersten Halbjahres belief sich der kontrahierte Auftragsbestand auf rund 846 Millionen Australische Dollar. Wesentlichen Anteil daran hat neben bestehenden Systemverträgen auch die im Mai abgeschlossene Übernahme des Software- und Drohnenabwehrspezialisten MARSS, dessen Plattform NiDAR unter anderem von BAE Systems ausgewählt wurde.
Im ersten Halbjahr erwirtschaftete der Konzern bereits Erlöse aus fortgeführten Aktivitäten von 168,8 Millionen Australischen Dollar, wovon der Großteil auf den Geschäftsbereich Defence Systems entfiel. Der Kassenbestand lag zum Stichtag Ende Juni bei 256,0 Millionen Australischen Dollar.
Marktumfeld und Ausblick
Das Wachstum des Unternehmens bleibt eng an Verteidigungsausgaben und globale Beschaffungsprogramme gekoppelt. Nachdem das Apollo-Lasersystem auf der MSPO vor rund einem Monat vorgestellt worden war, untermauert der Schritt nach Huntsville nun den Fokus auf kinetische Flugabwehrlösungen. Weitere Spezifikationen und kommerzielle Details zur Serienfertigung des neuen Slinger-Modells will das Unternehmen in den kommenden Monaten vorlegen.
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