Energy Vault Aktie: Baustart für 8-MW-Campus in Texas
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das auf Energiespeicherlösungen spezialisierte Unternehmen Energy Vault hat am Montag mit den Bauarbeiten für den neuen „Snyder AI“-Campus in Texas begonnen. Das Infrastrukturprojekt wird für den Partner Crusoe Cloud realisiert und markiert den Einstieg in die Bereitstellung spezialisierter Rechenzentrumskapazitäten für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).
Modulare Infrastruktur für Crusoe Cloud
Das Projekt am Standort Snyder wird in mehreren Phasen entwickelt. In der ersten Phase errichtet Energy Vault eine betriebsbereite Infrastruktur mit einer Kapazität von 8 Megawatt (MW). Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Energy Vault zehn modulare „Crusoe Spark“-Rechenzentren erwirbt und diese im Rahmen einer Lease-Back-Vereinbarung an Crusoe Cloud zurückvermietet. Die Vorbereitungen vor Ort umfassen neben der Erschließung des Geländes auch die Installation von Glasfaserleitungen und die notwendige Strominfrastruktur.
Marco Terruzzin, Chief Commercial Officer von Energy Vault, betonte zum Baustart die Geschwindigkeit bei der Umsetzung des Vorhabens. Der kommerzielle Betrieb der ersten Phase ist für das erste Quartal 2027 geplant. Laut Cully Cavness von Crusoe Cloud stellt das Projekt ein wiederholbares und skalierbares Modell dar, das darauf abzielt, Rechenleistung effizient mit moderner Energieinfrastruktur zu verknüpfen.
Langfristige Expansion und Energiespeicherung
Nach Abschluss der ersten Phase ist eine Erweiterung auf 25 MW in einer zweiten Ausbaustufe vorgesehen. Die langfristigen Planungen für den Standort reichen sogar bis zu einer Gesamtkapazität von 500 MW. Ein wesentlicher Aspekt des Konzepts ist die Integration von Energiespeichersystemen, um Netzengpässe zu adressieren und eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten.
Das Areal verfügt bereits über ein Batteriespeichersystem (BESS) namens „Cross Trails“. Zudem ist am selben Standort das erste netzgebundene Schwerkraftspeicherprojekt des Unternehmens geplant. Durch die Kombination von Solarstrom und verschiedenen Speichertechnologien soll das Rechenzentrum nachhaltig betrieben werden und gleichzeitig zur Stabilität des lokalen Stromnetzes beitragen.
Aktie unter Druck trotz Projektfortschritt
Trotz der operativen Fortschritte beim Netzausbau steht das Papier am heutigen Mittwoch unter erheblichem Verkaufsdruck und verliert 7,89 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 2,22 Euro entfernt sich der Wert weiter von seinen technischen Durchschnittslinien. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt, der bei 3,66 Euro liegt, hat sich damit auf minus 39,39 Prozent ausgeweitet.
Neben der aktuellen Kursentwicklung rückten zuletzt auch Veränderungen in der Aktionärsstruktur und Insider-Transaktionen in den Fokus. Medienberichten zufolge reduzierte SB Investment Advisers UK Ltd. im ersten Quartal 2026 seine Beteiligung an Energy Vault um 16,2 Prozent, hält aber weiterhin einen Anteil von knapp 9 Prozent am Unternehmen. Zudem veräußerte Finanzvorstand Michael Thomas Beer am 6. Juli ein Aktienpaket von 65.000 Stück zu einem Kurs von 4,08 US-Dollar. Anleger beobachten nun, ob die Inbetriebnahme des Campus im kommenden Jahr die erhoffte fundamentale Wende einleiten kann.
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