Epam Aktie: Prognosesenkung bremst
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 12:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zweistelliges Gewinnwachstum, deutlich verbesserte Margen — und trotzdem ein Kursrutsch von knapp fünf Prozent im vorbörslichen Handel. Bei Epam Systems klaffen operative Stärke und Kursreaktion am Donnerstag auffällig auseinander. Der Grund liegt im Ausblick: Das IT-Dienstleistungsunternehmen kappt seine Jahresprognose für 2026.
Starkes zweites Quartal
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 1,415 Milliarden Dollar, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg auf 102,98 Millionen Dollar von 88,03 Millionen Dollar im Vorjahr, das Ergebnis je Aktie kletterte von 1,56 auf 1,97 Dollar. Auf bereinigter Basis lag der Gewinn je Aktie bei 3,38 Dollar nach 2,77 Dollar im Vorjahresquartal.
Auch operativ zeigte sich Epam robuster: Das Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit stieg um gut 20 Prozent auf 152,2 Millionen Dollar. Die operative Marge kletterte auf 10,8 Prozent des Umsatzes, nach 9,3 Prozent im Vorjahr. Parallel dazu setzte das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm fort und gab im zweiten Quartal 85 Millionen Dollar dafür aus, seit Jahresbeginn summieren sich die Rückkäufe auf 409 Millionen Dollar.
Gesenkte Jahresprognose drückt die Stimmung
Trotz der soliden Quartalszahlen reduziert Epam die Erwartungen für das Gesamtjahr. Das Umsatzwachstum für 2026 soll nun bei 3,2 bis 4,2 Prozent liegen, statt der zuvor in Aussicht gestellten 4,0 bis 6,5 Prozent. Auf organischer, währungsbereinigter Basis rechnet das Management nur noch mit 2,0 bis 3,0 Prozent Wachstum, vorher waren es 2,5 bis 5,0 Prozent.
Auch bei den Gewinnzielen nimmt das Unternehmen das obere Ende zurück: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 13,08 und 13,24 Dollar liegen, nach zuvor 12,98 bis 13,28 Dollar. Hinzu kommt ein bemerkenswerter Cashflow-Effekt: Im ersten Halbjahr verbrauchte der operative Betrieb 38,8 Millionen Dollar, während im Vorjahreszeitraum noch 77,4 Millionen Dollar erwirtschaftet wurden. Die liquiden Mittel schrumpften entsprechend auf 794,3 Millionen Dollar zum Ende des zweiten Quartals.
Personell wächst Epam derweil weiter, wenn auch verhalten: Die Gesamtbelegschaft liegt bei rund 62.850 Mitarbeitern, darunter etwa 56.650 in der operativen Projektarbeit — ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal.
Für das dritte Quartal rechnet Epam mit einem Umsatz zwischen 1,410 und 1,425 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von rund 1,7 Prozent im Mittelwert entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dabei zwischen 3,38 und 3,46 Dollar liegen — nahezu auf dem Niveau des soeben abgeschlossenen zweiten Quartals.
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