Epam, Aktie

Epam Aktie: Rückkauf-Offensive nach Zahlen

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der IT-Dienstleister hebt seine Jahresprognose an und stockt das Rückkaufprogramm auf insgesamt 1,8 Milliarden Dollar auf.
Abstrakte Darstellung einer wachsenden Finanzstrategie und moderner Unternehmensführung in einer professionellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Epam hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und gleich mehrere Signale an die Aktionäre gesendet: höhere Prognose, deutlich größeres Rückkaufprogramm und eine Ausschüttungszusage bis 2029. Vorbörslich legte die Aktie zeitweise zweistellig zu.

Zahlen über den Erwartungen

Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 1,426 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 1,42 Milliarden gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie lieferte der IT-Dienstleister 3,51 Dollar, erwartet waren 3,40 Dollar.

Die Profitabilität verbesserte sich spürbar. Die bereinigte operative Marge kletterte auf 16,7 Prozent nach 16,0 Prozent im Vorjahr, die nach US-GAAP berechnete Marge auf 12,3 Prozent nach 10,4 Prozent. Der GAAP-Gewinn je Aktie legte um knapp ein Drittel zu. Dazu trägt auch der schrumpfende Aktienbestand bei, denn die Zahl der Anteilsscheine ist binnen eines Jahres deutlich gesunken.

CEO Balazs Fejes verwies auf KI-Dynamik und Fortschritte in der Transformationsstrategie. Das Unternehmen hat zudem neue Frontier-AI-Services gestartet.

Höhere Prognose, vorsichtiges Schlussquartal

Für 2026 hebt Epam die Erwartungen an. Das Umsatzwachstum soll nun bei 3,5 bis 3,7 Prozent liegen, organisch und währungsbereinigt bei 2,5 bis 2,7 Prozent. Den bereinigten Gewinn je Aktie sieht das Management bei 13,23 bis 13,31 Dollar.

Das vierte Quartal fällt bescheidener aus. Der Umsatz soll zwischen 1,405 und 1,420 Milliarden Dollar liegen, das entspricht einer Veränderung von minus 0,2 bis plus 0,9 Prozent. Die Wachstumsschwäche bleibt also Thema. Vor den Zahlen hatten Anleger vor allem darauf geachtet, ob sich die Pipeline aus 14 großen Deals in schnelleres Wachstum übersetzt. Nennenswerte Umsatzbeiträge werden Marktbeobachtern zufolge ohnehin erst 2027 erwartet.

Mehr Geld für Aktionäre

Der Verwaltungsrat stockt die Rückkaufermächtigung um 1,5 Milliarden Dollar auf. Insgesamt stehen damit 1,8 Milliarden Dollar bereit, das Programm läuft bis Ende 2029. In der Woche ab dem 9. November will Epam einen beschleunigten Rückkauf über 500 Millionen Dollar abschließen, finanziert aus Barmitteln und der bestehenden Kreditlinie.

Hinzu kommt eine Zusage: Von 2027 bis 2029 will das Unternehmen jährlich mindestens die Hälfte des freien Cashflows an Aktionäre zurückgeben. Die Mittel flossen zuletzt bereits kräftig ab. In den ersten neun Monaten gab Epam rund 489 Millionen Dollar für Rückkäufe aus, die liquiden Mittel sanken seit Jahresende um ein Viertel auf 969,9 Millionen Dollar.

Aktie unter Druck, Analysten gespalten

Die Aktie hatte bis zuletzt ein schwaches Jahr hinter sich, mit einem Minus von rund 33 Prozent seit Januar. Zum Schlusskurs von 137,36 Dollar fiel der vorbörsliche Sprung entsprechend deutlich aus. Das mittlere Kursziel der Analysten lag vor den Zahlen bei 131,24 Dollar, das Lager war mit acht Kaufempfehlungen und elf Halteratings geteilt. Guggenheim hatte das Ziel zuletzt auf 160 Dollar angehoben, Wells Fargo auf 156 Dollar.

Nach den Zahlen dürften die Ziele eher nach oben rücken. Den nächsten Anhaltspunkt liefert der angekündigte Rückkauf in der Woche ab dem 9. November, den das Management selbst terminiert hat.

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