Eramet, Aktie

Eramet Aktie: Staat soll größter Aktionär werden

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 17:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Finanzierung soll Eramets Bilanz festigen; der französische Staat dürfte anschließend größter Anteilseigner sein.

Eramet bestätigt Kapitalerhöhung über 500 Millionen Euro
Industrielle Bergbau- und Metallverarbeitungsanlage bei Sonnenaufgang, symbolisiert die Rohstoffindustrie. Illustration mit AI erstellt.

Der französische Staat dürfte bei Eramet zum größten Aktionär aufsteigen. Das Unternehmen bestätigte gestern eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten über 500 Millionen Euro. Sie soll die Finanzlage stabilisieren und das Eigenkapital stärken. Parallel steht die Aktie heute mit einer Tagesveränderung von -7,3% unter Druck. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Ankündigung und der heutigen Kursbewegung ist nicht belegt.

Staat soll Bezugsrechte der Familie übernehmen

Geplant ist die Kapitalerhöhung für das vierte Quartal 2026. Nach Angaben von Eramet soll die französische Beteiligungsagentur APE entsprechend dem bisherigen Staatsanteil zeichnen. Zusätzlich soll sie einen Teil oder sämtliche Bezugsrechte der Familie Duval erwerben.

Damit geht die geplante Finanzierung über eine reine Stärkung der Bilanz hinaus: Sie könnte zugleich die Gewichte unter den Anteilseignern verschieben. Entscheidend ist dabei die vorgesehene Übernahme der Familienrechte durch den Staat. Die Kapitalerhöhung ist angekündigt, aber noch nicht vollzogen.

Der Staatsanteil soll unter 50% bleiben. Gleichwohl erwartet Eramet, dass der Staat nach der Transaktion der größte Anteilseigner sein wird. Die vorgesehene Obergrenze und die erwartete Stellung als größter Aktionär sind somit zwei unterschiedliche Eckpunkte des Plans.

Eramet begründet die Kapitalaufnahme mit der notwendigen Wiederherstellung seiner finanziellen Position. Zugleich soll sie die Einhaltung der Kreditvereinbarungen mit den Banken sichern. Für Anleger steht deshalb zunächst die finanzielle Stabilisierung im Mittelpunkt – nicht allein die künftige Rangfolge der Aktionäre.

Lithiumausbau bleibt eine mögliche Investition

Neben der Finanzierung verfolgt Eramet eine mögliche Erweiterung des Lithiumprojekts Centenario-Ratones in Argentinien. Medienberichten vom Donnerstag zufolge könnte das Vorhaben US$350 Millionen kosten. Vorgesehen wäre zusätzliche jährliche Kapazität von 11.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent neben den bestehenden 24.000 Tonnen.

Eine endgültige Investitionsentscheidung steht noch aus. Der Ausbau ist daher nicht als beschlossene Investition zu verstehen. Ebenso wenig lässt sich die geplante Kapitalerhöhung allein diesem Projekt zuordnen: Eramet nennt dafür ausdrücklich die Stärkung seiner Finanzposition und die Einhaltung der Bankvereinbarungen.

Der nächste angekündigte Veröffentlichungstermin für Umsatzzahlen ist der 29. Oktober. Bis dahin prägt vor allem der Finanzierungsplan die unternehmensspezifische Nachrichtenlage. Für die Bewertung bleibt die Trennung wesentlich: Die Bezugsrechtskapitalerhöhung ist bestätigt, der Lithiumausbau dagegen weiterhin an eine endgültige Investitionsentscheidung gebunden.

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