Euronet Worldwide Aktie: Prognose gekappt
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deEuronet senkt nach dem dritten Quartal die Jahresziele. Der Zahlungsdienstleister aus Kansas verweist auf anhaltenden Druck im Geldtransfergeschäft, der länger anhält als erwartet. Vorbörslich gab die Aktie deutlich nach.
Rücküberweisungen belasten das Kerngeschäft
Der Umsatz stieg im Quartal um ein Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Erwartungen von rund 1,19 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank auf 3,55 Dollar, Analysten hatten 3,69 Dollar veranschlagt. Das bereinigte EBITDA fiel um acht Prozent auf 226,1 Millionen Dollar.
Die Ursache liegt im Segment Cross-Border Payments. Die Erlöse sanken um fünf Prozent, das Betriebsergebnis brach um 37 Prozent ein. Konzernchef Michael Brown nennt die US-Einwanderungspolitik und globale wirtschaftliche Belastungen als Gründe. Die Zahlen lägen unter den eigenen Erwartungen.
Immerhin deutet sich eine Stabilisierung an. Der währungsbereinigte Umsatzrückgang von vier Prozent fiel kleiner aus als im zweiten Quartal mit fünf Prozent. Das Unternehmen beschreibt den Markt dennoch als fragil.
Digitale Wachstumstreiber und neue Prognose
Positiv entwickelte sich das digitale Geschäft. Die Zahl digitaler Transaktionen im Geldtransfer stieg um 34 Prozent auf 8,1 Millionen. Die im Mai vorgestellten digitalen Beschleuniger, darunter Ria digital, Merchant Acquiring und die Ren-Produktfamilie, wuchsen seit Jahresbeginn um 33 Prozent und stehen für 26 Prozent des Umsatzes.
Auch die anderen Segmente lieferten. Payments Infrastructure legte beim Umsatz um sieben Prozent zu, getragen von der Übernahme von CoreCard. Das Segment epay wuchs um drei Prozent.
Für 2026 erwartet Euronet nun rund 4,375 Milliarden Dollar Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von etwa 725 Millionen Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um rund zehn Prozent steigen. Damit liegen die Ziele unter den Vorgaben vom Investor Day im Mai.
Diebold-Nixdorf-Kooperation und Bilanz
Einen Tag zuvor hatte Euronet eine geplante Zusammenarbeit mit Diebold Nixdorf angekündigt. Beide Unternehmen unterzeichneten eine unverbindliche Absichtserklärung. Sie wollen Bankgeldautomaten mit Ren-Plattform und Betriebsexpertise zu integrierten Outsourcing-Lösungen verbinden. Voraussetzung sind noch definitive Verträge.
Die Verschuldung sank im Quartal um knapp 477 Millionen Dollar auf 2,18 Milliarden Dollar, auch wegen der saisonalen Rückkehr des Automatenbargelds. Aktien für 50 Millionen Dollar kaufte das Unternehmen zurück. Das Papier schloss zuletzt bei 63,95 Dollar und lag vorbörslich bei 58,71 Dollar, ein Minus von gut acht Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Verlust von etwa 19 Prozent zu Buche.
Sieben negative Gewinnrevisionen und keine positive in den vergangenen 90 Tagen zeigen, wie skeptisch die Analysten bereits vor den Zahlen waren. Die gesenkte Prognose dürfte diesen Trend eher verstärken.
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