Eutelsat Aktie: 350-Millionen-Auftrag von DGA
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eutelsat baut sein Geschäft mit Militär und Regierungen aus. Ausgerechnet dieser Fortschritt reicht nicht, um die Kursverluste der letzten Wochen zu stoppen.
Anfang August zeigte der Rüstungskonzern Hanwha Systems der südkoreanischen Marine eine neue Vernetzungstechnologie. Die Demonstration nutzte die LEO-Satellitenkonstellation OneWeb, die zu Eutelsat gehört. Im Zentrum standen mehrschichtige Kommunikationssysteme und "physische KI" für unbemannte Seefahrzeuge.
Das Geschäft mit Behörden und Militär wächst für Eutelsat spürbar. Erst kürzlich sicherte sich der Konzern über die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA einen Auftrag im Rahmen des Centaure-Programms. Der Abruf ist Teil des größeren NEXUS-Rahmenvertrags mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro und hat allein einen Wert von 350 Millionen Euro.
Die FCC-Zahlung spaltet die Anleger
Während das operative Geschäft im LEO-Segment Fortschritte macht, streiten Investoren über einen anderen Punkt: eine Entschädigungszahlung der US-Regulierungsbehörde FCC. Die Behörde hat einen Rahmen für den Übergang im oberen C-Band-Spektrum festgelegt. Eutelsat soll dafür 504 Millionen Dollar erhalten, umgerechnet rund 443 Millionen Euro.
Die Einschätzungen dazu gehen weit auseinander. Optimisten sehen in der Zahlung eine wichtige Liquiditätsspritze für den kapitalintensiven Umbau zum "Connectivity-first"-Anbieter. Skeptiker verweisen dagegen auf zwei Haken: Die Zahlung ist an das Einhalten von Fristen zur Spektrum-Freigabe gebunden und dürfte frühestens 2031 fließen.
Hinzu kommt ein Vergleich, der unter Investoren für Diskussionen sorgt. Konkurrent SES erhält für eine ähnliche Maßnahme 5,6 Milliarden Dollar – mehr als das Zehnfache der Summe, die Eutelsat zugesprochen wurde.
Chart zeigt deutlichen Abwärtstrend
Die Aktie schloss am Freitag bei 2,06 Euro, ein Plus von 0,39 Prozent zum Vortag. Der Blick auf die längere Frist fällt deutlich schwächer aus: Innerhalb von 30 Tagen hat das Papier fast ein Fünftel seines Werts verloren.
Der RSI von 36,3 signalisiert nach dem jüngsten Ausverkauf eine überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität von knapp 50 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt aktuell auf jede neue Information reagiert.
Noch im August will Eutelsat die Jahreszahlen für 2025/26 vorlegen. Sie werden zeigen, ob das Wachstum im LEO-Geschäft den anhaltenden Rückgang im klassischen Videogeschäft ausgleichen kann. Für die Doppelstrategie des Konzerns – klassische Satelliten und LEO-Konnektivität parallel zu betreiben – wird das ein wichtiger Test.
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