Event Hospitality and Entertainment Aktie: Citi bremst Euphorie
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Konzern zeigt starke Zahlen und plant einen milliardenschweren Umbau â und trotzdem mahnt eine groĂe Bank zur Vorsicht. Bei Event Hospitality and Entertainment (EVT) treffen frische Rekordgewinne auf eine skeptische Analystenstimme, die genau auf jenen Punkt zielt, der die Anleger zuletzt am meisten begeistert hat.
Die Ausgangslage ist stark: Der australische Hotel-, Kino- und Freizeitkonzern meldete fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 einen um 51,9 Prozent gestiegenen Nettogewinn von 50,7 Millionen australischen Dollar.
Die normalisierte EBITDA kletterte um 8,4 Prozent auf 174,4 Millionen australische Dollar, der Umsatz stieg um 6,3 Prozent auf 1,3149 Milliarden australische Dollar. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von rund zehn Prozent auf 15,49 australische Dollar und bewegte sich damit nahe der Jahreshochs.
Die 800-Millionen-Frage
HerzstĂŒck der Strategie ist ein Verkaufsprogramm fĂŒr nicht zum KerngeschĂ€ft zĂ€hlende Immobilien im Wert von rund 800 Millionen australischen Dollar, das sich ĂŒber die kommenden zwei bis drei Jahre erstrecken soll.
Betroffen sind unter anderem das George-and-Market-Street-Areal in Sydney mit dem historischen State Theatre, aber auch Objekte wie 525 George Street, QT Canberra und mehrere Kinostandorte in Deutschland. Das Management betont, die VerkĂ€ufe sollten "wertorientiert" erfolgen, Erlöse sollen in Hotelwachstum flieĂen â eine Sonderdividende steht laut Vorstand ebenfalls zur Diskussion.
Citi Ă€uĂerte sich am heutigen Montag zurĂŒckhaltend zu diesem Plan. Die Analysten verwiesen darauf, dass steigende Entwicklungs- und Finanzierungskosten die erzielbaren Verkaufspreise unter Druck setzen könnten.
Geduld sei gefragt, so die EinschĂ€tzung â ein DĂ€mpfer fĂŒr Anleger, die auf schnelle Kapitalfreisetzung gehofft hatten. ZusĂ€tzlich verwies Citi auf mögliche Ănderungen an der Konzernstruktur, die derzeit von Rothschild & Co unabhĂ€ngig geprĂŒft wird. CEO Jane Hastings hatte dazu erklĂ€rt, "wirklich alles" liege auf dem Tisch.
Entertainment als Wachstumstreiber
WĂ€hrend die Immobilienstrategie fĂŒr Diskussionsstoff sorgt, lieferte das KinogeschĂ€ft die stĂ€rkste operative Ăberraschung. Die EBITDA der Entertainment-Sparte sprang um 45,8 Prozent auf 63,4 Millionen australische Dollar â trotz elf weniger Standorten. Besonders Deutschland stach hervor: Die EBITDA verfĂŒnffachte sich nahezu auf 19,4 Millionen australische Dollar, begĂŒnstigt durch ein starkes lokales Filmangebot.
Das HotelgeschĂ€ft, mit 101 HĂ€usern und ĂŒber 16.000 Zimmern der zweitgröĂte Betreiber in Australien und Neuseeland, wuchs moderater. Die EBITDA legte um ein Prozent auf 107,2 Millionen australische Dollar zu, bereinigt um Belastungen aus der Nahost-Krise im vierten Quartal ergibt sich ein Plus von 3,2 Prozent.
FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr rechnet der Vorstand mit einem weiteren EBITDA-Rekord im HotelgeschĂ€ft, wobei die erwartete Zusatzkontribution aus Ăbernahmen und Neueröffnungen von zuvor 17 Millionen auf 13 Millionen australische Dollar gesenkt wurde â bedingt durch Verzögerungen bei seismischen Arbeiten in Queenstown.
Die endgĂŒltige Prognosespanne will das Management auf der Hauptversammlung im Oktober vorlegen, nachdem die Wintersaison des Skigebiets Thredbo abgeschlossen ist.
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