Everest Re Aktie: Reserven drücken Quartal
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:47 Uhr | Redaktion boerse-global.deEverest hat das dritte Quartal mit einem versicherungstechnischen Verlust abgeschlossen. Der Rückversicherer stockte seine Reserven für das Casualty-Geschäft erneut auf, während die Kapitalrückgabe an Aktionäre weiter Fahrt aufnimmt. Das operative Ergebnis je Aktie verfehlte die Erwartungen.
Zahlen unter Konsens
Der Nettogewinn sank auf 233 Millionen Dollar nach 255 Millionen im Vorjahresquartal. Je Aktie stand dennoch ein leichtes Plus: 6,12 Dollar nach 6,09 Dollar. Der Grund liegt im Aktienrückkauf, der die Zahl der Anteilsscheine deutlich reduziert hat.
Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 7,62 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 8,15 Dollar gerechnet. Auch der Umsatz von rund 3,7 Milliarden Dollar blieb knapp unter der Konsensschätzung von 3,81 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr schrumpften die Erlöse um 14 Prozent.
Casualty-Reserven und Katastrophenschäden
Der Hauptbelastungsfaktor sind die Rückstellungen. Im Segment Reinsurance Treaty stärkte Everest die Casualty-Reserven brutto um etwa 600 Millionen Dollar, nach über 200 Millionen im zweiten Quartal. Netto fielen für die Vorjahre rund 268 Millionen Dollar an Zusatzbelastung an. Das trieb die Schaden-Kosten-Quote der Gruppe um 8,5 Punkte nach oben.
Hinzu kamen Katastrophenschäden von 277 Millionen Dollar im Treaty-Geschäft, vor allem durch das Erdbeben in Kolumbien und Ereignisse im Nahen Osten. Ein Jahr zuvor waren es nur 43 Millionen. Die Combined Ratio der Kernsparten lag bei 105,8 Prozent, im Treaty-Segment sogar bei 108,5 Prozent. Der versicherungstechnische Verlust der Gruppe betrug 223 Millionen Dollar.
Die laufende Schadenquote ohne Katastrophen und Altlasten verbesserte sich dagegen. Die Attritional Combined Ratio der Kernsparten lag bei 87,0 Prozent. Im Treaty-Geschäft sank sie um 110 Basispunkte auf 84,9 Prozent.
Spezialgeschäft wächst, Treaty schrumpft
Die Segmente entwickeln sich auseinander. Global Wholesale & Specialty legte bei den Bruttoprämien um 3,2 Prozent zu und erzielte einen kleinen Gewinn von 19 Millionen Dollar. Treiber waren Financial Lines und Specialty.
Im Treaty-Geschäft sanken die Prämien um 6,2 Prozent, bei Casualty XOL sogar um knapp 25 Prozent. Das passt zur Strategie, im aktuellen Marktzyklus diszipliniert zu zeichnen und Volumen zu opfern.
Die Kapitalanlagen halfen: Das Nettokapitalergebnis stieg auf 634 Millionen Dollar nach 540 Millionen, getragen von höheren Erträgen aus alternativen Anlagen.
Rückkäufe bleiben Priorität
Everest kaufte im Quartal eigene Aktien für 474 Millionen Dollar zurück, seit Jahresbeginn für 1,2 Milliarden Dollar. Konzernchef Jim Williamson nannte Rückkäufe ausdrücklich eine Top-Priorität für 2027. Der Buchwert je Aktie stieg ohne unrealisierte Bewertungseffekte auf 414 Dollar nach 379,70 Dollar zum Jahresende 2025.
Die Aktie schloss vor der Zahlenvorlage bei 386,88 Dollar. Die Telefonkonferenz zu den Ergebnissen findet am Donnerstag um 8:00 Uhr Ostküstenzeit statt. Dort dürfte sich zeigen, wie das Management die Reservenlage im Casualty-Geschäft einordnet.
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