Evonik Aktie: Kurs nähert sich 52-Wochen-Hoch
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Diskussion um eine mögliche Übernahme von Evonik durch den Branchennachbarn BASF verlagert sich zusehends in die Landespolitik. Während Rufe nach einem Eingreifen der öffentlichen Hand laut werden, regt sich dagegen Widerstand.
Ein solcher Schritt berge unkalkulierbare Risiken für die Steuerzahler, ohne die Arbeitsplätze im Unternehmen verlässlich zu sichern.
Politik streitet über Landesbeteiligung
Sowohl die Arbeitsplätze als auch die eigenständige Entwicklung von Evonik dürften nicht infrage gestellt werden, verlautete aus Regierungskreisen.
Dieser fordert die Landesregierung auf, eine direkte Beteiligung des Landes zu prüfen. Zusammen mit der RAG-Stiftung könnte Nordrhein-Westfalen auf diese Weise mehr als 50 Prozent der Anteile kontrollieren.
Die RAG-Stiftung selbst, die den größten Anteil an dem Essener Konzern hält, lässt sich bisher nicht in die Karten blicken. Am Freitag befasste sich das Stiftungskuratorium mit dem Übernahmeangebot von BASF. Ein Beschluss über einen Verkauf der Beteiligung wurde Medienberichten zufolge jedoch nicht gefasst. Vonseiten des Konzerns hieß es am selben Tag, dass derzeit keine Gespräche mit BASF liefen.
Kurs notiert nahe Rekordhoch
Am Aktienmarkt halten die Spekulationen über die künftige Eigentümerstruktur das Interesse der Anleger hoch. Im heutigen Handel legt die Evonik-Aktie um 1,5 Prozent zu und steht bei 21,28 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro.
BASF signalisiert Verhandlungsbereitschaft
Aus Ludwigshafen dringen derweil Signale nach außen, die auf ein Entgegenkommen hindeuten. Wie zwei BASF-nahe Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten, sei das Unternehmen bereit, bestehende Standort- und Beschäftigungsgarantien in Deutschland zu wahren. Eine Vereinbarung bei Evonik schließt betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2032 aus.
Zugleich berichtete Reuters unter Berufung auf Insider, dass BASF bei einer Aufnahme von Gesprächen auch ein höheres Angebot erwägen könnte. Da das Evonik-Management bisher offiziell verneint, in Verhandlungen zu stehen, bleibt die Haltung der RAG-Stiftung und der Politik der bestimmende Faktor für den weiteren Verlauf des Übernahmekampfs.
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