Evonik, Aktie

Evonik Aktie: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 13:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Evonik steigert Umsatz und operatives Ergebnis im zweiten Quartal deutlich, verzeichnet jedoch einen Rückgang des Nettogewinns um rund 30 Prozent.

Evonik Aktie: Operatives Plus im Q2, aber Nettogewinn fällt
Moderne industrielle Chemieanlage mit Fokus auf technologische Infrastruktur und metallische Strukturen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Beim Essener Spezialchemiekonzern klaffen die Kennzahlen im zweiten Quartal auseinander. Während Umsatz und operatives Ergebnis kräftig zulegen, sackt der Nettogewinn deutlich ab. Die Börse honoriert trotzdem vor allem das operative Bild.

Das bereinigte EBITDA kletterte im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 630 Millionen Euro, nach 509 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Damit übertraf Evonik sowohl die eigene Ende Juni angehobene Prognosespanne als auch die Analystenschätzungen von rund 621 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro, getragen von jeweils sieben Prozent höheren Mengen und Preisen.

Unter dem Strich blieb davon allerdings weniger übrig: Der Nettogewinn sank um rund 30 Prozent auf 84 Millionen Euro, nach 120 Millionen Euro im Vorjahr. Grund waren deutlich höhere Bereinigungen. Der Free Cashflow drehte dagegen ins Plus — von minus 211 Millionen Euro auf plus 49 Millionen Euro.

Lieferengpässe in Asien als Preistreiber

Der Rückenwind kam von außen. Weil asiatische Anbieter wegen der zeitweisen Sperrung der Straße von Hormus und kriegsbedingter Rohölengpässe teilweise nicht lieferfähig waren, deckten sich Kunden verstärkt bei europäischen Herstellern ein. Vor allem im Segment Advanced Technologies profitierte Evonik davon, auch im Bereich Animal Nutrition hält das positive Momentum laut Unternehmen an.

Vorstandschef Christian Kullmann ordnete den Effekt selbst als temporär ein: An den strukturellen Problemen der Branche ändere ein einzelnes starkes Quartal nichts. Konsequent hält der Konzern deshalb am Sparkurs fest — seit Jahresbeginn ist die Belegschaft um knapp 700 Stellen geschrumpft, Teil eines laufenden Effizienzprogramms.

Prognose bestätigt

Die Ende Juni angehobene Jahresprognose bleibt bestehen: Für 2026 rechnet Evonik weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro, nach rund 1,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Cash Conversion Rate soll bei etwa 40 Prozent liegen. Die Aktie reagierte am Dienstagvormittag mit einem Plus von gut einem Prozent auf 17,78 Euro.

Ob der Sondereffekt aus Asien auch im laufenden dritten Quartal anhält, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lieferketten der Konkurrenz normalisieren. Bis dahin bleibt die bestätigte Jahresspanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro die zentrale Messlatte für die kommenden Quartale.

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