Fermi, Aktie

Fermi Aktie: Umsatz bleibt trotz Quartalsbeat aus

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fermi meldet null Umsatz und hohe Halbjahresverluste, baut zugleich die Energieversorgung aus. Macquarie bestätigt sein Kursziel von 18 US-Dollar.

Fermi-Aktie fällt trotz neuer Führung und Ausbauplänen deutlich
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes bei Sonnenuntergang als Symbol für Marktstagnation und wirtschaftliche Zurückhaltung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie von Fermi steht unter erheblichem Verkaufsdruck, obwohl das Unternehmen zuletzt wichtige operative Meilensteine bei der Infrastrukturplanung für seine Rechenzentren vermeldete.

Während die Ernennung eines neuen Führungskopfes und der Ausbau der Energiekapazitäten strategische Fortschritte markieren, dämpfen die massiven Verluste der ersten Jahreshälfte und ausbleibende Umsätze die Stimmung am Markt. An der Börse reagierten Anleger am heutigen Freitag mit einem Kursrückgang von 7,6 Prozent auf 4,38 Euro.

Besserer Gewinn als erwartet bei ausbleibenden Umsätzen

Im Rahmen der jüngsten Quartalsmitteilung vom 13. August konnte Fermi die Erwartungen der Analysten beim Ergebnis je Aktie leicht übertreffen. Das Unternehmen wies für das abgelaufene Quartal einen Verlust von 0,04 US-Dollar je Aktie aus, während der Marktkonsens bei einem Minus von 0,06 US-Dollar gelegen hatte.

Trotz dieser positiven Abweichung beim Ergebnis bleibt die Einnahmenseite eine Baustelle: Fermi meldete für das Quartal einen Umsatz von Null. Damit verfehlte das Unternehmen die Schätzungen, die von Erlösen in Höhe von rund 188 Millionen US-Dollar ausgegangen waren.

Die finanzielle Bilanz für die erste Hälfte des Jahres 2026 verdeutlicht die hohe Cash-Burn-Rate des Konzerns, der sich weiterhin im Stadium vor der eigentlichen Umsatzgenerierung befindet. In den ersten sechs Monaten summierten sich die Nettoverluste auf insgesamt 214,5 Millionen US-Dollar.

Allein im zweiten Quartal belief sich der Nettoverlust aus dem fortgeführten Geschäft auf 25,81 Millionen US-Dollar. Inzwischen notiert die Aktie mit einem Abstand von 84 Prozent deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Neue Führung und technische Meilensteine

Um den Übergang von der Konzeptphase in den kommerziellen Betrieb zu forcieren, hat das Board von Fermi mit Wirkung zum 11. August Lee McIntire zum neuen Chief Executive Officer ernannt. Der erfahrene Manager erhält laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC ein jährliches Grundgehalt von 750.000 US-Dollar. Die personelle Neuausrichtung fällt mit einer deutlichen Ausweitung der technischen Kapazitäten für das Project Matador zusammen.

Das Unternehmen gab bekannt, drei zusätzliche Siemens-Turbinen der F-Klasse erhalten zu haben. Damit erhöht sich die installierte Gesamtleistung am Standort auf 1,5 Gigawatt.

Flankiert wird dieser Ausbau durch eine strategische Allianz mit dem Energieunternehmen Hillcore, mit dem eine Rahmenvereinbarung über 2,6 Gigawatt Leistung für Project Matador geschlossen wurde. Diese Maßnahmen sollen die technische Grundlage für künftige Mietverträge sichern, wie etwa die vor rund zwei Wochen vereinbarte Partnerschaft mit dem Ankerkunden TensorWave.

Analystenlob und Skepsis der Insider

Trotz der operativen Fortschritte zeigt sich bei den Insidern des Unternehmens eine vorsichtige Haltung. In den vergangenen drei Monaten wurden keine Aktienkäufe durch Führungskräfte gemeldet, stattdessen kam es zu Insiderverkäufen im Volumen von 7,3 Millionen US-Dollar.

Auch institutionelle Investoren reduzierten ihr Engagement: So verringerte The Manufacturers Life Insurance Company ihre Position laut einer Pflichtmitteilung bereits im ersten Quartal um über 81 Prozent.

Demgegenüber stehen positive Einschätzungen aus der Analysebranche. Paul Golding von Macquarie bestätigte nach der Vorlage der Quartalszahlen am 13. August seine „Outperform“-Einstufung für das Papier. Das Analysehaus sieht das Kursziel weiterhin bei 18,00 US-Dollar.

Die Experten verweisen dabei auf den abgeschlossenen Mietvertrag mit TensorWave als Validierung des Geschäftsmodells, auch wenn die operative Umsetzung nach dem Kurssturz der vergangenen Wochen mit erhöhten Risiken behaftet bleibt.

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