Ferrexpo Aktie: 27 Millionen Dollar bis Mitte September
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 04:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ferrexpo steht mit dem Rücken zur Wand. Dem Eisenerzproduzenten bleibt weniger als ein Monat Zeit, um eine Notfinanzierung zu sichern. Bis Mitte September muss das Unternehmen mindestens 100 Millionen US-Dollar auftreiben, andernfalls droht die Zahlungsunfähigkeit.
Gewaltige Steuerstrafen
Die finanzielle Lage hat sich drastisch verschlechtert. Ukrainische Behörden fordern eine Steuerstrafe von 788 Millionen US-Dollar. Dabei geht es um angebliche Verstöße gegen Devisenkontrollen nach dem Einmarsch 2022. Ferrexpo will gegen diesen Bescheid gerichtlich vorgehen.
Parallel dazu hält Kiew etwa 90 Millionen US-Dollar an Mehrwertsteuerrückerstattungen zurück. Grund sind Sanktionen gegen den Großaktionär Kostyantyn Zhevago. Die Regierung drängt offenbar darauf, dass Zhevago seinen Anteil von 49 Prozent reduziert, um eine Einigung zu ermöglichen.
Kasse fast leer
Die liquiden Mittel schmelzen rasant. Ende Juni verfügte Ferrexpo über Reserven von nur noch 27 Millionen US-Dollar. Um das restliche Kapital zu schonen, hat der Konzern den Bergbau und die Pelletierung in der Ukraine im August vorerst gestoppt.
Logistikrisiken verschärfen die Krise. Ende Juli traf eine Drohne im Schwarzen Meer ein Schiff mit 55.000 Tonnen Eisenerz. In der Folge stellte Ferrexpo den Transportweg über die See komplett ein. Das Schiff wird derzeit zur Inspektion in einen Hafen geschleppt.
Handel ausgesetzt
Die Produktion sank im ersten Halbjahr um 36 Prozent auf 1,38 Millionen Tonnen. Aktuell beliefert das Unternehmen europäische Kunden nur noch aus Lagerbeständen. Ein regulärer Betrieb erfordert zwingend frisches Kapital für das Betriebsmittelgeschäft.
An der Londoner Börse ruht der Handel mit der Aktie bereits seit Mai. Die Wirtschaftsprüfer verweigerten damals das Testat für den Jahresabschluss. Sie äußerten erhebliche Zweifel, ob das Unternehmen ohne neue Mittel überleben kann.
Ferrexpo prüft derzeit eine Kapitalerhöhung, um den Kollaps abzuwenden. Ob bis zur Frist im September ein Deal zustande kommt, ist ungewiss. Ohne die Kapitalspritze von 100 Millionen US-Dollar steht das operative Aus unmittelbar bevor.
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