Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: 788 Millionen Dollar Behördenforderung geprüft

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ferrexpo droht im September die Zahlungsunfähigkeit, falls keine neuen Mittel fließen. Der Eisenerzproduzent plant eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar, während Exportwege blockiert sind.

Ferrexpo vor kritischer Phase: Liquidität bis September, Kapitalerhöhung geplant
Dunkle Industrielandschaft mit schweren Bergbau-Silhouetten vor einem dramatischen Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ferrexpo steht vor Wochen, die über die Zukunft des Unternehmens entscheiden werden. Der ukrainische Eisenerzproduzent, dessen Handel an der Londoner Börse bereits seit Anfang Mai ausgesetzt ist, nähert sich einer kritischen Frist für seine Zahlungsfähigkeit.

Ohne eine zeitnahe zusätzliche Finanzierung reichen die verfügbaren Barmittel voraussichtlich nur noch bis Mitte September aus, um den Betrieb und die finanziellen Verpflichtungen aufrechtzuerhalten.

Liquiditätsengpass und Rettungspläne

Die finanzielle Lage des Konzerns hat sich in den vergangenen Monaten massiv zugespitzt. Wie das Unternehmen bereits Ende Juli einräumte, sind die frei verfügbaren Cash-Reserven ohne frisches Kapital bald aufgebraucht.

Um eine drohende Insolvenz abzuwenden, arbeitet das Management intensiv daran, mindestens 100 Millionen US-Dollar durch eine Kapitalerhöhung einzunehmen. Diese Pläne sind Teil einer umfassenden Strategie zur Sicherung des Fortbestands, während der Zugang zu bestehenden Mitteln teilweise eingeschränkt bleibt.

So sind beispielsweise Gelder bei der Mbaer Bank eingefroren, was die operative Flexibilität zusätzlich mindert. In diesem Zusammenhang veräußerte das Unternehmen bereits das Transportschiff „Iron Destiny“, was einen Nettoerlös von 7,7 Millionen US-Dollar einbrachte.

Diese Summe stellt angesichts des Gesamtbedarfs und der operativen Kosten jedoch nur eine kurzfristige Erleichterung dar. Die Hoffnung des Vorstands ruht darauf, dass das verfügbare Kapital – bereinigt um die eingefrorenen Konten – zumindest das Ende des laufenden Monats überbrückt, bevor die kritische Phase im September eintritt.

Logistische Hindernisse und staatliche Forderungen

Die wirtschaftliche Misere wird durch erhebliche Störungen im operativen Geschäft verschärft. Vor gut drei Wochen sah sich Ferrexpo gezwungen, die Produktion in seinen Bergbau- und Pelletierungsanlagen vorübergehend einzustellen. Ursache hierfür waren massive Beeinträchtigungen der Exportwege über das Schwarze Meer.

Ein Schiff, das Pellets in Direktreduktionsqualität geladen hatte, wurde bei einem Drohnenangriff beschädigt. Zwar konnte das Fahrzeug zur technischen Inspektion in einen Hafen geschleppt werden, doch die allgemeine Sicherheitslage blockiert den für das Unternehmen lebenswichtigen Abtransport der Rohstoffe.

Zusätzlich zum logistischen Stillstand sieht sich die ukrainische Tochtergesellschaft Poltava Mining mit massiven Forderungen der nationalen Behörden konfrontiert. Laut Medienberichten prüfen die ukrainischen Finanzbehörden seit rund zwei Wochen eine Strafe in Höhe von etwa 35,3 Milliarden Hrywnja, was umgerechnet rund 788 Millionen US-Dollar entspricht.

Hintergrund sind Vorwürfe über angebliche Verstöße gegen Währungskontrollvorschriften. Diese potenzielle Belastung trifft das Unternehmen in einem Moment, in dem die Liquidität ohnehin kaum noch Spielraum für außerordentliche Zahlungen lässt.

Suspendierung an der Börse dauert an

Anleger haben derzeit keine Möglichkeit, auf die dramatischen Entwicklungen über den regulären Aktienhandel zu reagieren. Die Notierung an der London Stock Exchange wurde bereits am 1. Mai suspendiert. Grund für diese Maßnahme ist das weiterhin ausstehende Ergebnis der Wirtschaftsprüfung sowie das Fehlen des Jahresberichts und der Finanzberichte für das Jahr 2025.

Solange diese Dokumente nicht veröffentlicht sind und die Prüfung nicht abgeschlossen ist, bleibt die Aktie vom Handel ausgeschlossen. Für Investoren bedeutet dies eine anhaltende Unsicherheit, während das Unternehmen gleichzeitig gegen die drohende Zahlungsunfähigkeit im kommenden Monat ankämpft.

Ob die angestrebte Kapitalerhöhung rechtzeitig gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, ob Ferrexpo trotz des rechtlichen Drucks in der Ukraine und der blockierten Exportwege das Vertrauen neuer Geldgeber gewinnen kann.

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