Ferrexpo Aktie: Erztransport nach Danzig kostet 60 Dollar
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo hat seine Produktion aufgrund massiver logistischer Probleme vorerst eingestellt. Wie aus Branchenkreisen gestern verlautete, sieht sich das Unternehmen mit einer Kombination aus blockierten Exportwegen über das Schwarze Meer und drastisch gestiegenen Transportkosten im Inland konfrontiert. Dieser „perfekte Sturm“ aus infrastrukturellen Hindernissen und wirtschaftlichem Druck macht den Betrieb der Minen derzeit faktisch unmöglich.
Perfekter Sturm an den Exportrouten
Die Lage für den Bergbau- und Metallurgiesektor in der Ukraine hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Zentrale Häfen am Schwarzen und Asowschen Meer mussten den Betrieb suspendieren, nachdem Drohnenangriffe die Sicherheitslage massiv verschlechtert hatten. Betroffen sind unter anderem wichtige Verladestationen, was den Export von Eisenerzpellets, dem Hauptprodukt von Ferrexpo, fast vollständig zum Erliegen gebracht hat.
Parallel dazu belasten neue EU-Quoten und eine erhebliche Verteuerung der Schienenlogistik das Geschäft. Seit dem 1. Juli sind die Bahntarife für Gütertransporte in der Ukraine um 30 Prozent gestiegen. Laut Berichten der Nachrichtenplattform Pravda EN kostet die Lieferung einer Tonne Erz zum polnischen Hafen Danzig mittlerweile zwischen 50 und 60 US-Dollar.
Angesichts dieser Frachtraten ist der Export für viele Produzenten nicht mehr wirtschaftlich darstellbar. Alternative Routen über die Donauhäfen bieten derzeit nur etwa zehn Prozent der benötigten Kapazitäten und können die Ausfälle der großen Seehäfen nicht kompensieren.
Dramatischer Rückgang der Exportvolumina
Die Krise spiegelt sich deutlich in den nationalen Handelsbilanzen wider. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sanken die ukrainischen Eisenerzexporte um 27,3 Prozent auf insgesamt 13,9 Millionen Tonnen.
Besonders schwer wiegt der Rückgang im Geschäft mit dem wichtigsten Abnehmerland China: Hier brachen die Lieferungen um 36 Prozent auf 6,42 Millionen Tonnen ein. Auch die Exporte in die Slowakei (minus 12 Prozent) und nach Polen (minus 36 Prozent) verzeichneten zweistellige Einbußen.
Allein im Juli sanken die landesweiten Ausfuhren im Jahresvergleich um 37,6 Prozent auf 1,87 Millionen Tonnen. Die daraus resultierenden Erlöse fielen im Siebenmonatszeitraum um 14,5 Prozent auf 1,08 Milliarden US-Dollar. Ferrexpo ist von dieser Entwicklung direkt betroffen, da das Unternehmen fast ausschließlich für den Weltmarkt produziert und auf funktionierende Logistikketten angewiesen ist.
Poltava-Minen unter maximalem Druck
Das Herzstück der Ferrexpo-Aktivitäten, der Poltava-Bergbau- und Aufbereitungskomplex (Poltava GOK), arbeitet bereits seit geraumer Zeit unter minimaler Auslastung. Die gestrige Meldung über den vollständigen Produktionsstopp markiert einen neuen Tiefpunkt für die operative Tätigkeit des Konzerns.
Während andere Wettbewerber im Land, wie etwa Yuzhny GOK, bereits komplett stillgelegt wurden, konnte Ferrexpo den Betrieb bisher zumindest teilweise aufrechterhalten.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die angespannte Lage beim staatlichen Eisenbahnunternehmen Ukrzaliznytsia. Ein Mitglied des Aufsichtsrats, Anatoliy Amelin, wies gestern darauf hin, dass ohne ausreichende staatliche Finanzierung oder eine erfolgreiche Restrukturierung ausstehender Eurobonds harte Einschnitte beim Bahnnetz drohen. Dies könnte die logistischen Möglichkeiten für Ferrexpo in der Zukunft weiter einschränken, da die Optimierung des Streckennetzes und die Schließung unrentabler Routen im Raum stehen.
Derzeit scheint eine Wiederaufnahme der vollen Produktion bei Ferrexpo erst möglich, wenn die logistische Blockade an den Seehäfen gelöst und die Transportkostenstruktur reformiert wird.
Ferrexpo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ferrexpo-Analyse vom 14. August liefert die Antwort:
Die neusten Ferrexpo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ferrexpo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Ferrexpo: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
