Finnvera: Gewinn mehr als verdoppelt
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 10:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der finnische Exportkreditversicherer Finnvera hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 348 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber den 150 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum. Der Sprung erklärt sich vor allem durch die Auflösung von Kreditverlust-Rückstellungen im Umfang von 195 Millionen Euro sowie höhere Provisionserträge.
Exportfinanzierung auf Rekordniveau
Die Nachfrage nach Exportfinanzierung erreichte im ersten Halbjahr einen historischen Höchststand. Finnvera vergab Exportkreditgarantien im Volumen von 6,2 Milliarden Euro und Exportkredite über 5,1 Milliarden Euro – ein Plus von 67 beziehungsweise 63 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 lag das Exportfinanzierungsvolumen bei 7 Milliarden Euro, in nur sechs Monaten 2026 wurde dieser Wert bereits deutlich überschritten.
Treiber war insbesondere die Kreuzfahrtbranche. Ihr Anteil an den Exportkreditgarantien stieg von 54 auf 56 Prozent, das Gesamtengagement in diesem Sektor kletterte auf 16,4 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Gruppe wuchs auf 16,3 Milliarden Euro, während die Eventualverbindlichkeiten auf 19,5 Milliarden Euro zulegten.
Anders sieht es im Inlandsgeschäft aus. Hier gingen die vergebenen Darlehen und Garantien um 17 Prozent auf 0,5 Milliarden Euro zurück. Das Segment für kleine und mittlere Unternehmen verzeichnete sogar einen Verlust von 16 Millionen Euro, nachdem der Staat seine Kreditverlust-Kompensationsquote von 50 auf 40 Prozent gesenkt hatte. Das Segment für Großkonzerne lieferte dagegen mit 327 Millionen Euro den Löwenanteil des Konzerngewinns.
Kapitalpuffer wachsen, Programm für Inlandsprojekte startet
Die nicht gebundenen Eigenmittel und die Mittel des staatlichen Garantiefonds stiegen um 14 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig sanken die erwarteten Kreditverluste in der Bilanz um ein Viertel auf 0,7 Milliarden Euro. Um die schwächere Nachlage im Inlandsgeschäft zu adressieren, hat Finnvera ein Investitionsprogramm mit einem Volumen von einer Milliarde Euro angekündigt, das Projekte jeder Größenordnung im Inland beschleunigen soll.
CEO Juuso Heinilä verwies auf den anhaltenden Krieg im Iran als Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft, sieht die finnische Wirtschaft aber an einem Wendepunkt. Für das Gesamtjahr rechnet Finnvera nun mit einer positiveren Entwicklung als bisher erwartet – das Kreditverlustrisiko im Exportgeschäft bleibe jedoch hoch.
Für die zweite Jahreshälfte plant das Unternehmen zudem den Beitritt zum Ukraine Investment Framework der EU-Kommission, um Exportfinanzierungen für den Wiederaufbau der Ukraine auszuweiten.
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