First Phosphate Aktie: Prayon-Abkommen sichert Absatz und Technologie
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 07:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das kanadische Explorationsunternehmen First Phosphate treibt seine Pläne für den Aufbau einer nordamerikanischen Lieferkette für Lithium-Eisenphosphat-Batterien voran. Auf der Global Markets Forum Conference stellte das Unternehmen gestern die Eckpunkte für sein Vorhaben in der Provinz Quebec vor. Ziel ist die Verknüpfung von Phosphatabbau und der industriellen Weiterverarbeitung.
Integrierter Produktionsansatz in Quebec
Das operative Konzept stützt sich auf die Erschließung der Lagerstätte in der Region Saguenay–Lac-Saint-Jean. Daran soll sich eine konzerneigene Phosphorsäureproduktion in Saguenay anschließen. In einer späteren Phase erwägt das Management zudem die Herstellung von aktivem Kathodenmaterial in Kanada oder den USA.
Die Basis dieser Planungen bildet die vorläufige Wirtschaftlichkeitsbewertung aus dem Jahr 2024. Diese sieht eine Minenlaufzeit von 23 Jahren vor. Das Projekt zielt auf eine jährliche Produktion von 900.000 Tonnen Phosphatkonzentrat ab.
Das Unternehmen setzt auf eine magmatische Lagerstätte, die sich über 2,3 Kilometer erstreckt. Laut Unternehmensangaben machen Vorkommen dieser Art weltweit lediglich rund fünf Prozent aller Phosphatressourcen aus. Im Gegensatz zu Sedimentvorkommen ermöglicht das Gestein eine hohe Ausbeute. First Phosphate geht davon aus, dass 98 Prozent des geförderten Materials nutzbar verarbeitet werden können.
Für den künftigen Absatz bestehen bereits Abkommen, darunter eine definitive Vereinbarung über 200.000 Tonnen Konzentrat. Zudem besteht eine Abnahme- und Technologielizenzvereinbarung mit dem belgischen Branchenpartner Prayon. Die Regierung von Quebec wählte das Vorhaben überdies für ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren aus.
Finanzierungsbedarf und politische Hürden
Trotz der regulatorischen Unterstützung bleibt die Kapitalbeschaffung bis zum geplanten Produktionsstart im Zeitraum 2029 bis 2030 eine zentrale Aufgabe.
Exportfinanzierungszusagen von Agenturen aus den USA, Dänemark sowie die vor gut drei Wochen thematisierte Unterstützung aus der Schweiz decken zusammen 552 Millionen US-Dollar ab. Dies entspricht rund 80 Prozent des geschätzten Bedarfs.
Der verbleibende Eigenkapitalanteil soll nach dem Abschluss der umfassenden Machbarkeitsstudien eingeworben werden. Diese Studien wurden ursprünglich für Ende 2024 oder Anfang 2025 erwartet und gelten nun gemeinsam mit den Genehmigungen als wichtigste Meilensteine.
Laut Unternehmensangaben reicht dieser finanzielle Puffer für 18 Monate aus.
Zusätzlich erhielt das Vorhaben 21,5 Millionen Kanadische Dollar an nicht rückzahlbarer Unterstützung. Dennoch kritisierte First Phosphate-CEO John Passalacqua die Steuerpolitik der Regierung in Ottawa. Würden bestimmte steuerliche Förderungen auch für Machbarkeitsstudien gelten, hätte das Unternehmen die Zuschüsse nach seiner Aussage nicht benötigt.
An der Börse notierte der Wert gestern zum Handelsschluss bei 1,24 Euro. Das entspricht auf Jahressicht einem Zuwachs von 76 Prozent, während der Markt den weiteren Fortschritt der Studien abwartet.
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