First Solar Aktie: ITC-Beschwerde zurückgezogen
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
First Solar zieht einen Schlussstrich unter das Verfahren vor der US-Handelskommission ITC. Der US-Solarkonzern zog gestern seine Beschwerde nach Section 337 zurück, mit der er die Einfuhr mutmaßlich patentschädigender Solarzellen hatte stoppen wollen. Der Schritt beendet die dortige Untersuchung bezüglich der sogenannten TOPCon-Technologie ohne Präjudiz. Anleger reagierten verunsichert: Die Aktie fiel gestern um 5,4 Prozent auf 166,00 Euro.
Zivilklagen gegen Konkurrenten laufen weiter
Die Beilegung des ITC-Verfahrens bedeutet jedoch keinen Verzicht auf die Durchsetzung der Schutzrechte. First Solar verlagert den juristischen Schwerpunkt vollständig auf die bereits anhängigen Verfahren an US-Bezirksgerichten. Dort klagt das Unternehmen gegen Wettbewerber wie Canadian Solar, Jinko Solar, T1 Energy und Trina. Diese Klagen waren teilweise bis zum Ausgang des Verfahrens vor der Handelskommission ausgesetzt gewesen.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht das US-Patent mit der Nummer 9,130,074, das First Solar im Jahr 2013 über die Übernahme von TetraSun erworben hatte und dessen Laufzeit über das Jahr 2030 hinausreicht.
Als Grund für die strategische Neuorientierung vor den Behörden verwies der Konzern unter anderem auf veränderte handelspolitische Rahmenbedingungen durch Zölle nach Section 232 auf Polysilizium-Derivate sowie nationale Sicherheitsmaßnahmen der US-Regierung bei Importen. Für die Nutzung der patentierten Technologie hat First Solar bereits eine Lizenz an Talon PV vergeben.
Investitionen in den US-Fertigungsausbau
Der juristische Kurswechsel fällt in eine Phase massiver heimischer Kapazitätserweiterungen. Für den Zeitraum von 2019 bis Ende 2026 summieren sich die US-Investitionen des Modulherstellers auf mehr als 5 Milliarden US-Dollar. Bis 2027 peilt First Solar in den Vereinigten Staaten eine Modulfertigungskapazität von rund 17 Gigawatt an.
Auf der Ertragsseite spiegelte sich das anspruchsvolle Marktumfeld zuletzt in einer leichten Wachstumsdelle wider. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 1,06 Milliarden US-Dollar, nach 1,1 Milliarden US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
An der Börse bleibt der Druck auf den Titel hoch: Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste der Aktie mittlerweile auf 27 Prozent. Mit dem Rückzug vor der Handelskommission setzt das Management nun ganz auf Schadenersatz und Unterlassungsverfügungen über den regulären Gerichtsweg.
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