Fiverr Aktie: Goldman Sachs senkt Kursziel
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 05:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Sog anhaltender Branchensorgen um die Verdrängung von Online-Dienstleistern durch künstliche Intelligenz geriet Fiverr am Freitag erneut unter Druck. Der Kurs gab am letzten Handelstag um 2,9 Prozent nach und fiel auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,39 Euro. Medienberichten zufolge rutschte der Wert auch im US-Handel unter die vorherige Tiefmarke vom August.
Die anhaltende Schwäche spiegelt den Strukturwandel im Segment der Freelancer-Plattformen wider. Automatisierte Anwendungen und Sprachmodelle übernehmen zunehmend Aufgaben, die vormals an externe Dienstleister vergeben wurden. Dieser Wandel belastet die Plattform spürbar.
Gegenwind im Kerngeschäft
Das Ausmaß der Belastungen verdeutlichten bereits die Zahlen für das zweite Quartal, die vor über einem Monat vorgelegt wurden. In diesem Zeitraum ging der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um 10,0 Prozent auf 97,8 Millionen Dollar zurück. Besonders das reine Marktplatz-Geschäft verzeichnete Einbußen: Die Erlöse in diesem Kernsegment schrumpften um 15,5 Prozent auf 63,1 Millionen Dollar.
Zudem verlor die Plattform deutlich an Kundschaft. Die Zahl der jährlich aktiven Käufer brach im Vorjahresvergleich um 21,9 Prozent auf 2,7 Millionen ein. Demgegenüber stand eine höhere Zahlungsbereitschaft der verbliebenen Nutzer: Die jährlichen Ausgaben pro Käufer stiegen um 15,6 Prozent auf 368 Dollar.
Das Management reagierte mit einer Anpassung der Erwartungen für das Gesamtjahr. Das Unternehmen begründete den Schritt mit anhaltenden Einbußen bei Nachfrage und Webseiten-Traffic, die insbesondere Kategorien mit hoher Anfälligkeit für KI-Automation treffen.
Zurückhaltende Ausblicke und personelle Weichen
Vor rund einem Monat kappte das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 356 bis 372 Millionen Dollar. Dies entspricht einem Rückgang um 14 bis 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim bereinigten EBITDA peilt das Unternehmen nun eine Spanne von 52 bis 62 Millionen Dollar an.
Bereits Ende Juli hatten führende Häuser ihre Einschätzungen deutlich zurückgenommen. Analyst Jason Helfstein von Oppenheimer stufte den Titel am 30. Juli von „Outperform“ auf „Perform“ ab und verwies auf den rasch wachsenden Gegenwind durch künstliche Intelligenz. Am selben Tag senkte Goldman Sachs die Einstufung von „Buy“ auf „Neutral“ und reduzierte das Kursziel drastisch von 26 auf 13 Dollar.
Zuvor hatte das Unternehmen im Februar Führungswechsel vorgenommen. Esti Levy Dadon übernahm damals den Posten der Finanzchefin, während Jinjin Qian zur Chief Business Officer befördert wurde. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier an der Börse ein Minus von 56 Prozent.
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