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Fjordkraft Holding ASA Aktie: 5,1-Milliarden-NOK-Übernahme durch Fortum

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 09:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fortum bietet 47 NOK je Elmera-Aktie, doch Audax erhöht Druck. Goldman Sachs und Sand Grove positionieren sich neu im Übernahmepoker.

Fortum-Übernahme von Elmera: Bieterkampf und neue Aktionärsstruktur
Moderne Energieinfrastruktur bei Dämmerung als Symbol für eine industrielle Übernahme. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Übernahme der Elmera Group ASA (ehemals Fjordkraft Holding ASA) durch den finnischen Energiekonzern Fortum tritt in eine entscheidende Phase. Während das offizielle Übernahmeangebot der Nordländer steht, sorgen Bewegungen im Aktionärskreis und das Interesse eines weiteren Bieters für eine dynamische Nachrichtenlage rund um den norwegischen Stromanbieter.

Strategische Weichenstellung durch Fortum

Fortum Oyj treibt die Akquisition über seine Tochtergesellschaft Fortum Consumer Solutions AS voran. Das Unternehmen hat eine Transaktionsvereinbarung mit der Elmera Group über ein empfohlenes freiwilliges Barübernahmeangebot geschlossen. Den Aktionären werden 47,00 Norwegische Kronen (NOK) pro Aktie geboten, was das Eigenkapital des Unternehmens mit rund 5,1 Milliarden NOK bewertet. Laut einer Bestätigung von Fortum am 21. Juli stellt dieser Schritt eine zentrale Säule dar, um die Präsenz im nordischen Markt für Privatkundenlösungen zu stärken.

Die Umsetzung der Transaktion ist jedoch an Bedingungen geknüpft. Neben den üblichen behördlichen Genehmigungen sieht die Vereinbarung eine Mindestannahmequote von 90 Prozent des Aktienkapitals vor. Die Situation bleibt auch deshalb spannend, weil der spanische Energieversender Audax Renovables S.A. zuvor ein unaufgefordertes Angebot über 41,20 NOK pro Aktie angekündigt hatte. Medienberichten zufolge signalisierte Audax am 1. Juli die Bereitschaft, dieses Gebot zu erhöhen, sofern dem Unternehmen derselbe Einblick in die Bücher gewährt werde wie dem Konkurrenten Fortum. Der Vorstand der Elmera Group hatte zuvor bestätigt, ein Exklusivitätsabkommen mit einem strategischen Akteur eingegangen zu sein, der ein deutlich höheres Interesse als Audax bekundet hatte.

Verschiebungen in der Aktionärsstruktur

Parallel zum Bietergefecht registrierte die Börse Oslo zuletzt signifikante Veränderungen bei den Anteilseignern. Gestern meldete The Goldman Sachs Group, Inc. eine erneute Veränderung ihrer Stimmrechtsanteile und Bestände an der Elmera Group. Es war bereits die vierte regulatorische Meldung des US-Bankhauses innerhalb weniger Wochen, nachdem ähnliche Offenlegungen bereits am 24. Juli, 27. Juli und am vergangenen Montag erfolgten.

Auch andere institutionelle Investoren positionieren sich. Sand Grove Capital Management LLP erwarb am 1. Juli über verschiedene Fonds mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Aktien zu Preisen zwischen 46,24 und 46,30 NOK. Damit steigerte die Gesellschaft ihre Beteiligung auf rund 5,71 Prozent der ausstehenden Aktien. An der Börse wird das Papier aktuell bei 4,16 € gehandelt und notiert damit 2,24 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,25 €. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 27,65 % zulegen.

Ausblick auf das zweite Quartal

Anleger blicken nun gespannt auf den 19. August, wenn die Elmera Group ihren Halbjahresbericht für das zweite Quartal 2026 vorlegen wird. Diesen Termin kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Das Management muss dann zeigen, ob der Wachstumskurs aus dem Jahresauftakt gehalten werden konnte. Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum des bereinigten EBIT über alle Segmente hinweg.

Zudem wurde am 31. März die vollständige Übernahme des schwedischen Stromhändlers Telinet Energi AB abgeschlossen, die dem Konzern rund 65.000 neue Kundenlieferungen einbrachte. Für das abgelaufene Geschäftsjahr schüttete das Unternehmen eine Dividende von 2,00 NOK je Aktie aus, die Anfang Mai ex-Dividende gehandelt wurde. Die kommenden Quartalszahlen dürften nun zeigen, wie weit die Integration des schwedischen Neuzugangs vorangeschritten ist und ob die operative Stärke die Bewertung im Übernahmeprozess weiter stützt.

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