Flex Aktie: Milliardendeal für die Stromwende
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Flex greift tief in die Tasche, um bei der wichtigsten Infrastrukturfrage der KI-Ära mitzumischen: der Stromversorgung von Rechenzentren. Der Auftragsfertiger übernimmt EPC Power für 4,4 Milliarden Dollar und sichert sich damit Technologie, die moderne GPU-Cluster mit sauberem 800-Volt-Strom versorgen soll.
Ein Spezialist für die nächste Stromgeneration
EPC Power, 2010 gegründet und im kalifornischen Poway ansässig, hat sich auf intelligente Stromwandlung für Rechenzentren und Stromnetze spezialisiert.
Das Unternehmen bringt netzbildende Technologie sowie Systeme für die kommende 800-Volt-Architektur mit, die höhere Leistungsdichten für KI-Workloads ermöglichen soll. Mehr als 15 Gigawatt sind bereits in 62 Ländern verbaut, die jährliche US-Fertigungskapazität soll 2027 die Marke von 30 Gigawatt überschreiten.
Finanziell bringt EPC Power Wachstumsdynamik mit: Für 2026 wird ein Umsatz von rund 800 Millionen Dollar erwartet, 2027 soll das organische Wachstum bei etwa 40 Prozent liegen. Die EBITDA-Marge soll im gleichen Zeitraum um einen zweistelligen Prozentpunktbereich auf rund 30 Prozent steigen. Flex-Chefin Revathi Advaithi sprach von einem "generationellen Wandel" in der Stromarchitektur, den man mit der Übernahme aktiv mitgestalten wolle.
Die bisherigen Eigentümer Goldman Sachs Alternatives und Cleanhill Partners hatten 2021 bei EPC Power investiert und das Unternehmen durch die Partnerschaft mit Flex beim Ausbau der heimischen US-Fertigung begleitet. Nach dem Closing wird EPC Power Teil des Cloud-and-Power-Infrastructure-Segments (CPI) von Flex.
Die Abspaltung bleibt der eigentliche Plan
Der Deal fügt sich in eine bereits angekündigte Strategie: Flex plant, sein CPI-Segment im ersten Quartal 2027 als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abzuspalten. Die EPC-Power-Akquisition soll die Wachstums- und Margenprofile dieses Segments vor der geplanten Trennung deutlich verbessern.
Finanziert werden soll die Übernahme über eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital, wobei Citi und Bank of America zugesagte Finanzierung bereitstellen.
Als Berater fungierten auf Flex-Seite Evercore als führender Finanzberater sowie BofA Securities, Citi und PJT Partners, während Goldman Sachs und J.P. Morgan die Verkäuferseite begleiteten. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen regulatorischen Freigaben.
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