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Fluence Energy Aktie: Prognose für 2026 gesenkt

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 03:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fluence Energy senkt die Prognose für 2026 wegen Lieferproblemen, während ein hoher Auftragsbestand und neue Datenzentrum-Projekte stützen.

Fluence-Energy-Aktie unter Druck trotz starkem Auftragsbestand
Große industrielle Batteriespeicher in einem Solarpark bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie von Fluence Energy geriet am Freitag erneut unter Druck und verzeichnete ein Minus von 3,6 %. Damit setzt sich eine Phase deutlicher Schwäche fort, in der das Papier seit Jahresbeginn bereits 45 % an Wert verloren hat.

Während das Unternehmen zwar auf einen historisch hohen Auftragsbestand verweisen kann, wiegen operative Schwierigkeiten und eine gesenkte Jahresprognose derzeit schwerer in der Gunst der Anleger. Das Papier notiert aktuell 67 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, was die erhebliche Korrektur der vergangenen Monate verdeutlicht.

Operative Hürden belasten den Ausblick

Hinter der jüngsten Schwäche stehen primär die am 5. August veröffentlichten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal und eine damit verbundene Korrektur der Jahresziele. Das Management von Fluence Energy sah sich gezwungen, die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 2,9 Mrd. bis 3,1 Mrd. US-Dollar zu senken.

Zuvor war das Unternehmen noch von Werten zwischen 3,2 Mrd. und 3,6 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Grund für diese Anpassung sind erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung von Projekten im Volumen von rund 400 Mio. US-Dollar, die sich aufgrund von Problemen in neuen Fertigungsstätten in das kommende Geschäftsjahr verschieben.

Besonders deutlich wird die operative Belastung beim bereinigten EBITDA: Anstatt eines ursprünglich erwarteten Gewinns von 50 Mio. US-Dollar rechnet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem mittleren Verlust von rund 10 Mio. US-Dollar.

Trotz eines Umsatzanstiegs im dritten Quartal auf 649,8 Mio. US-Dollar gegenüber 602,5 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum blieb die Entwicklung hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Die Produktionsverzögerungen in den neuen Auftragsfertigungsanlagen erwiesen sich dabei als zentrales Hindernis.

Hoffnungsträger Datenzentren und Auftragsrekorde

Trotz der kurzfristigen Rückschläge deuten die operativen Kennzahlen auf ein starkes Interesse an den Speicherlösungen des Unternehmens hin. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni mit rund 6,4 Mrd. US-Dollar einen neuen Höchststand. Allein im dritten Quartal belief sich der Auftragseingang auf über 1,44 Mrd. US-Dollar, was nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Datenzentren. Bis Juli konnte Fluence Energy in diesem Segment Aufträge im Wert von rund 850 Mio. US-Dollar sichern. Darunter befand sich im Juli ein Großauftrag eines Hyperscalers über etwa 550 Mio. US-Dollar sowie die erste bedeutende Bestellung für eine Anlage hinter dem Netzanschlusspunkt.

Zudem startete das Unternehmen vor rund zwei Wochen gemeinsam mit LEAG Clean Power den Bau des Heinersbrück GridBattery-Projekts, das eine Kapazität von 400 Megawattstunden umfassen soll.

Analysten und Insider senden gemischte Signale

Die Expertenmeinungen zur weiteren Entwicklung gehen derzeit auseinander. Am Dienstag stufte die Bank UBS das Papier von „Sell“ auf „Neutral“ hoch und hob das Kursziel von 9 auf 12 US-Dollar an.

Analyst Jon Windham begründete dies damit, dass die jüngste Senkung der Prognose für 2026 eine neue, verlässlichere Basis für die Gewinnerwartungen geschaffen habe, was den Weg für eine Beschleunigung im Jahr 2027 ebnen könnte.

Im Gegensatz dazu hatte das Analysehaus GLJ Research die Aktie am 20. August von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und das Kursziel drastisch von 26,00 auf 12,89 US-Dollar gesenkt.

Zusätzliche Skepsis am Markt lösten umfangreiche Insiderverkäufe aus. In den vergangenen 30 Tagen veräußerten Insider insgesamt 12,93 Millionen Aktien im Gesamtwert von 266,85 Mio. US-Dollar. Im gleichen Zeitraum wurden keine Käufe durch das Management oder Großaktionäre gemeldet.

Diese Konstellation aus operativen Verzögerungen und massiven Anteilsschwerpunkten der Insider belastet die kurzfristige Stimmung, während der massive Auftragsbestand als langfristiges Fundament bestehen bleibt.

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