Flughafen Wien Aktie: Malta rettet Halbjahr
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 16:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wien schwächelt, Malta liefert – und unterm Strich steht ein Gewinnsprung. Flughafen Wien hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, die zeigen, wie stark sich die Auslandsbeteiligungen inzwischen auf die Konzernbilanz auswirken. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 3,57 Prozent.
Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 stieg nur leicht um 0,9 Prozent auf 529,3 Millionen Euro. Das EBITDA legte dagegen um 7,3 Prozent auf 227,1 Millionen Euro zu, das Periodenergebnis kletterte um 7,0 Prozent auf 123,2 Millionen Euro. Diese Schere zwischen flachem Umsatz und deutlich stärkerem Gewinn ist kein Zufall: Sie zeigt, dass der Konzern über Kosteneinsparungen und die Erträge aus Malta mehr Profit aus jedem Euro Umsatz herausholt.
Wien verliert Passagiere, Malta und Košice gleichen aus
Am Heimatstandort Wien-Schwechat sank die Passagierzahl im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent auf 14,3 Millionen. Grund sind reduzierte Kapazitäten von Ryanair und Wizz Air sowie der Nahost-Konflikt, der laut Management den Verkehr in die Region im ersten Halbjahr um rund 45 Prozent einbrechen ließ – aktuell liegt das Minus noch bei etwa 30 Prozent.
Ausgeglichen wurde dieser Rückgang durch die Beteiligungen: Malta wuchs um 15,6 Prozent, Košice sogar um 43,5 Prozent im Halbjahr. Auch Austrian Airlines half mit einem Passagierplus von 6,1 Prozent auf 6,9 Millionen Fluggäste in Wien und gewann dabei Marktanteile von den Billigfliegern zurück.
Nach Einschätzung des Managements kompensiert die Homecarrier-Entwicklung inzwischen rund 40 Prozent der durch Wizz Air und Ryanair verlorenen Kapazität – mehr als ursprünglich erwartet.
Angehobene Prognose, ungelöste Steuerfrage
Der Konzern hob seine Jahresprognose für 2026 leicht an: Der Umsatz soll bei rund 1,08 Milliarden Euro landen, das EBITDA bei etwa 425 Millionen Euro und das Periodenergebnis vor Minderheiten bei rund 220 Millionen Euro. Bei den Passagierzahlen rechnet das Unternehmen nun mit 42,5 Millionen Fluggästen in der Gruppe, davon 30,5 Millionen in Wien.
Ungelöst bleibt das Thema Flugabgabe. Österreich zählt laut Management zu den teuersten Standorten Europas bei dieser Steuer – ein Wettbewerbsnachteil gegenüber dem nur 55 Kilometer entfernten Bratislava, wo keine solche Abgabe anfällt. Die Regierung hat für 2027 und 2028 insgesamt 60 Millionen Euro zur Entlastung reserviert, laut Management reicht das aber bei Weitem nicht aus, um kurzfristig spürbare Effekte zu erzielen.
Für den Winterflugplan gibt es noch keine vollständige Klarheit. Bereits fix ist die Streichung der Route Graz–Wien, die jährlich rund 60.000 Passagiere betrifft. Ob weitere Kürzungen folgen, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Treibstoffpreise und der Kostenlage bei Lufthansa und Austrian Airlines ab.
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