Flughafen Zuerich Aktie: Gebühren sinken ab Oktober
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 05:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Mittwoch haben die Zürcher Kantonsräte David Galeuchet von den Grünen und Ivo Hasler von der SP eine parlamentarische Anfrage an den Regierungsrat eingereicht. Die Politiker verlangen Medienberichten zufolge eine umfassende Aufklärung der Bewilligungs- und Kontrollpraxis für Flugbewegungen nach 23:00 Uhr. Konkret fordern sie Auskunft darüber, wie viele Starts und Landungen nach dieser Uhrzeit stattfinden und welche Gründe dafür vorliegen.
Der Flughafenbetreiber wies die Kritik zurück. Für die Verspätungsstatistik sei das tatsächliche Abheben von der Piste maßgeblich und nicht das Zurücksetzen vom Flugsteig. Zudem habe sich die Abflugspünktlichkeit im Sommerbetrieb 2026 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Bereits im Juni hatte der Zürcher Kantonsrat eine Nachtruhe-Initiative abgelehnt und damit die geltenden Betriebszeiten von 06:00 bis 23:30 Uhr bestätigt.
Gebührensenkung und internationale Belastungen
Neben den politischen Diskussionen rückt zum 1. Oktober 2026 eine regulatorische Änderung näher. Zu diesem Stichtag tritt eine neue Gebührenordnung in Kraft, die eine Senkung der Entgelte um rund zehn Prozent vorsieht. Dieser Schritt drückt auf die künftige Ertragslage.
Zusätzlich belasten die finanziellen Folgen der internationalen Expansion. Für den Noida International Airport in Indien, der am 15. Juni seinen Betrieb aufnahm, fallen Abschreibungen und ein erhöhter Zinsaufwand an. Aus diesem Grund rechnet das Management für das Gesamtjahr trotz steigender Passagierzahlen mit einem sinkenden Reingewinn, während der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf dem Vorjahresniveau verharren soll.
Kursrückgang spiegelt operative Gemengelage wider
An den Finanzmärkten sorgten die gedämpften Gewinnaussichten für Zurückhaltung. Gestern schloss die Aktie im Handel bei 213,80 Euro. Über einen Zeitraum von 30 Tagen verzeichnete der Titel einen Rückgang von 12 Prozent, nachdem das Papier am Mittwoch bei 210,00 Euro sein 52-Wochen-Tief markiert hatte.
Dabei fielen die vor gut drei Wochen präsentierten Halbjahresergebnisse operativ stark aus. Getragen von einem Rekordwert bei den Fluggästen erzielte das Unternehmen Erträge von 673,6 Millionen Franken. Der Konzerngewinn belief sich auf 163,7 Millionen Franken, was das beste Ergebnis in einem ersten Halbjahr der Unternehmensgeschichte darstellt.
Bereinigung des Portfolios und Technologieprojekte
Im Ausland setzt der Flughafenbetreiber parallel Anpassungen um. Am 21. August veräußerte die Flughafen Zürich AG ihren Anteil von 12,75 Prozent am Flughafen Belo Horizonte in Brasilien an die mexikanische Aeropuerto de Cancún, eine Tochtergesellschaft von ASUR. Aus dieser Transaktion erwartet das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 17 Millionen Franken.
Gleichzeitig investiert der Konzern in operative Innovationen auf dem Vorfeld. Anfang September starteten erste vollumfänglich automatisierte Fahrten im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Technologiepartner WeRide.
Seit dem 9. September verkehren zwei Shuttlebusse auf dem Automatisierungsgrad Level 4 ohne Begleitperson im Fahrzeug, überwacht von einer Leitstelle. Der Testbetrieb ist bis Ende 2026 angesetzt. Die Bekanntgabe der nächsten Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal wird für den 5. März 2027 erwartet.
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