FMC Corporation Aktie: Preismodell-Umbau reißt Quartal ins Minus
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:17 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Quartalsumsatz von nur 106 Millionen Dollar, nach 542 Millionen im Vorjahr: FMC hat für das dritte Quartal 2026 Zahlen vorgelegt, die vor allem von einer Maßnahme geprägt sind. Der Agrarchemiekonzern baut sein Preis- und Rabattmodell in Nordamerika um und räumt zugleich überteuerte Lagerbestände im Handel ab. Das kostet kurzfristig Umsatz in historischem Ausmaß.
Was hinter dem Einbruch steckt
Die Sondermaßnahmen vom 15. Oktober belasten den Umsatz mit rund 639 Millionen Dollar. Ohne sie und ohne das Indien-Geschäft hätte der Umsatz bei 745 Millionen Dollar gelegen, ein Minus von 22 Prozent. Die Absatzmenge sank um 21 Prozent, weil Händler in mehreren Schlüsselmärkten ihre Nachbestellungen in den letzten Wochen des Quartals drastisch zurückfuhren.
Das bereinigte EBITDA fiel auf minus 559 Millionen Dollar. Ohne die Belastung von rund 672 Millionen Dollar aus den Maßnahmen hätte es 113 Millionen betragen. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 4,41 Dollar, Analysten hatten mit einem kleinen Gewinn von 0,07 Dollar gerechnet.
Etwa 500 Millionen Dollar der EBITDA-Belastung entfallen auf das neue nordamerikanische Modell, das die Lücke zwischen Brutto- und Nettopreisen schließen soll. Die übrigen rund 175 Millionen betreffen Preisanpassungen bei hochpreisigen Produkten in Brasilien, den USA, Kanada und Argentinien. Nur dieser Teil mindert künftige Zahlungseingänge.
Hohe Abschreibungen, gekappte Prognose
Der Nettoverlust nach US-Rechnungslegung beträgt 2,07 Milliarden Dollar. Hauptgründe sind nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf latente Steueransprüche und immaterielle Vermögenswerte. Das Eigenkapital ist auf nahezu null geschmolzen.
Auch der Ausblick fällt schwächer aus als erwartet. Für das vierte Quartal peilt FMC einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,56 bis 0,70 Dollar an, der Konsens lag bei 0,94 Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen bereinigten Verlust von 3,50 bis 3,66 Dollar je Aktie.
Der Umsatz soll bei 2,75 bis 2,85 Milliarden Dollar liegen, deutlich unter den Analystenschätzungen von 3,26 Milliarden. Der freie Cashflow dürfte zwischen minus 350 und minus 150 Millionen Dollar liegen.
Die Aktie schloss vor den Zahlen bei 4,75 Dollar und legte im regulären Handel gut 6 Prozent zu. Nachbörslich gab sie um knapp 3 Prozent nach. Auf Sicht von drei Monaten hat sie mehr als die Hälfte ihres Werts verloren.
Konzernchef Pierre Brondeau spricht von "erheblichen Maßnahmen" und setzt auf eine Erholung. Die Umstellung soll sich über die kommenden drei Quartale erstrecken. Für 2027 stellt er eine bessere Entwicklung in Aussicht, für 2028 ein stärkeres Wachstums- und Ergebnisprofil. Am Freitag äußert sich das Management in der Telefonkonferenz zu den Zahlen.
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