Fonterra Cooperative Aktie: Rekordjahr mit Kapitaloffensive
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 03:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fonterra hat ein Geschäftsjahr hingelegt, das selbst die eigenen Zielvorgaben sprengt. Die neuseeländische Molkerei-Genossenschaft meldete für das Fiscal Year 2026 eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von 14,2 Prozent — deutlich über der selbst gesteckten Zielspanne von 10 bis 12 Prozent. Gleichzeitig verkündet das Management eine milliardenschwere Investitionsoffensive für die kommenden Jahre.
Rekordvolumen und starke Margen treiben das Ergebnis
Fonterra verarbeitete im Geschäftsjahr 1.571 Millionen Kilogramm Milchfeststoffe — ein Plus von 4,1 Prozent und der höchste Wert seit über einem Jahrzehnt. Das operative Ergebnis ohne den verkauften Mainland-Bereich stieg auf 1,8 Milliarden Dollar, nach 1,5 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie auf bereinigter Basis kletterte auf 71 Cent, ein Plus von 31 Prozent gegenüber 54 Cent im Vorjahr.
Der im März 2026 abgeschlossene Verkauf der Mainland-Gruppe brachte einen Einmaleffekt von 1,2 Milliarden Dollar und trug zum Konzerngewinn von 2,6 Milliarden Dollar bei.
Die Erlöse flossen größtenteils in den Schuldenabbau: Die bereinigte Nettoverschuldung sank um 967 Millionen Dollar auf 1,7 Milliarden Dollar, der Verschuldungsgrad verbesserte sich auf rund 21 Prozent von zuvor 24 Prozent.
Besonders das Foodservice-Geschäft überraschte positiv. Der operative Gewinn dieses Segments verdoppelte sich nahezu auf 547 Millionen Dollar, getrieben von starken Margen bei UHT-Sahne und Frischkäse sowie der Bereinigung des China-Konsumgeschäfts.
Die Kapitalrendite in diesem Bereich sprang von 8,5 auf 16,3 Prozent. Das Ingredients-Geschäft steuerte 1,293 Milliarden Dollar operativen Gewinn bei, ein Plus von 85 Millionen Dollar dank kräftiger globaler Proteinnachfrage.
Für die Farmer bedeutete das Jahr trotz alledem einen niedrigeren Auszahlungspreis: Der Milchpreis ab Hof sank auf 9,69 Dollar je Kilogramm Milchfeststoff, nach 10,16 Dollar im Vorjahr. Zusammen mit Dividende und Kapitalrückzahlung ergab sich dennoch eine Gesamtausschüttung von 12,42 Dollar je vollständig eingezahltem Farmer-Anteil.
Milliardenprogramm für Proteinkapazitäten
Fonterra plant für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 jährliche Investitionen zwischen 1,3 und 1,6 Milliarden Dollar. Kernstück ist ein zusätzliches Investment von rund einer Milliarde Dollar in den Ausbau des Protein-Fertigungsnetzwerks auf der Südinsel, das bis 2029 voll betriebsbereit sein und 50 bis 60 Dauerarbeitsplätze schaffen soll.
Trotz der hohen Ausgaben bleibt die Bilanz nach Unternehmensangaben komfortabel innerhalb der Vorstandsvorgaben — die Ratingagentur S&P bestätigte die Bonitätsnote A- mit stabilem Ausblick.
Im April 2026 übernahm Richard Allen den Chefposten und leitete eine Umstrukturierung hin zu einem marktgeführten Modell mit klarer Verantwortung je Markt für die Sparten Ingredients und Foodservice ein.
Ausblick bleibt vorsichtig trotz starkem Jahr
Für die Saison 2026/27 stellt Fonterra einen Milchpreis zwischen 8,50 und 10,50 Dollar je Kilogramm in Aussicht — eine ungewöhnlich breite Spanne, die niedrige Kontraktvolumina zum Zeitpunkt der Prognose sowie mögliches El-Niño-Dürrerisiko widerspiegelt.
Der Gewinn je Aktie soll zwischen 65 und 85 Cent liegen. Finanzchef Andrew Murray betonte, dass die Zielspanne von 10 bis 12 Prozent Kapitalrendite langfristig gültig bleibe und das aktuelle Rekordergebnis auch zyklischen Faktoren geschuldet sei, die sich nicht zwangsläufig wiederholen dürften.
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