Forrester, Research

Forrester Research Aktie: Prognosen für 2027

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forrester erwartet steigende KI-Ausgaben und betont zugleich Risiken, Kostenkontrolle sowie den wachsenden Stellenwert menschlicher Expertise.
Moderne Büroarchitektur im goldenen Licht als Symbol für langfristige wirtschaftliche Prognosen und Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Forrester hat heute seine Vorhersagen für 2027 veröffentlicht. Das Analysehaus aus Cambridge, Massachusetts, bündelt darin drei Schwerpunkte: Technologie und Sicherheit, B2B-Vertrieb sowie Konsumentenmarketing. Gemeinsamer Nenner ist künstliche Intelligenz, und zwar ihre Kosten, ihre Risiken und der Bedarf an menschlicher Kontrolle.

Technologie: KI frisst Budgets

Der Kern der Technologieprognose: KI soll 20 Prozent aller Ausgaben für Unternehmenstechnologie auf sich ziehen. Das weltweite Technologiebudget soll 2027 auf 6,1 Billionen Dollar steigen. CIOs und CISOs geraten damit unter Druck, den Ertrag ihrer KI-Investitionen zu belegen.

Drei Thesen stechen heraus. Ein Viertel der Ausschreibungen für KI-Infrastruktur soll Beschleuniger neben NVIDIA verlangen, um Lieferketten- und Geopolitikrisiken zu streuen. Ein Fehler in KI-generiertem Code könnte zudem einen branchenübergreifenden Großausfall auslösen.

Und ein unerwarteter Durchbruch beim Quantencomputing dürfte die Chefetagen aufschrecken, obwohl derzeit 87 Prozent der damit vertrauten Unternehmen dafür keine Ressourcen einplanen.

Marketing und Vertrieb: Vertrauen als Währung

Im B2B-Geschäft sollen KI-Agenten künftig 75 Prozent der Kaufentscheidungen beeinflussen. Gleichzeitig erwartet Forrester, dass Käufer ihre menschlichen Kontakte verdoppeln, um KI-Empfehlungen zu überprüfen. Zwei Drittel der Anbieter würden Aufträge verlieren, weil Kunden deren Aussagen nicht verifizieren können. Marketingchefs wiederum könnten bis zu 25 Prozent der Stellen streichen und Produktivitätsgewinne überschätzen.

Im Konsumentengeschäft rechnet das Haus mit steigenden KI-Kosten durch nutzungsbasierte Preismodelle. Marketingverantwortliche müssten deshalb ein Drittel ihrer KI-Initiativen zurückfahren. Der Kundenservice stelle nach zwei Jahren Entlassungen wieder um 20 Prozent mehr Personal ein. Bei der Hälfte der Marken werde menschlich erstellter Content wieder zur Priorität.

Was das für Forrester bedeutet

Die Thesen sind zugleich Eigenwerbung. Ein Analysehaus, das vor KI-Blendwerk warnt und Beratung durch menschliche Experten als Vertrauensanker beschreibt, positioniert sich selbst. Chefanalystin Sharyn Leaver betont, Führungskräfte müssten bewusster entscheiden, wo KI Wert schafft und wo menschliche Expertise zählt.

Zu den Prognosen laufen Webinare, Leitfäden und Events. Sie sind ein Einfallstor für Kundenkontakte. Ob das Geschäft davon profitiert, zeigen erst die nächsten Quartalszahlen; konkrete Kursreaktionen lagen zur Veröffentlichung nicht vor.

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