Fortum Aktie: Google-Deal trÀgt Quartal
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 11:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deFortum hat den gröĂten Liefervertrag der Firmengeschichte unterschrieben. Der Stromkonzern sichert sich damit die Zukunft seines Atomkraftwerks Loviisa. Die Zahlen zum dritten Quartal fallen dagegen eher unspektakulĂ€r aus.
Der Vertrag mit Google
Fortum und Google schlossen im September einen 22-jĂ€hrigen Stromabnahmevertrag fĂŒr Loviisa. Er startet 2028 und erreicht 2030 volle Wirkung. Bis zu die HĂ€lfte der ErzeugungskapazitĂ€t des Kraftwerks ist fĂŒr die Jahre 2030 bis 2049 vertraglich gebunden.
Konzernchef Markus Rauramo spricht vom ersten groĂen Atom-LaufzeitverlĂ€ngerungsvertrag dieser Art in Europa. Er schafft wirtschaftliche Planungssicherheit fĂŒr LaufzeitverlĂ€ngerung und Leistungserhöhung bis 2050.
Parallel unterzeichneten beide Unternehmen eine AbsichtserklĂ€rung zu erneuerbaren Energien, FlexibilitĂ€tslösungen und möglichem Kernkraft-Neubau. Regulatorische PrĂŒfungen an Googles Rechenzentrumsstandorten in Finnland stufte das Management als normalen Vorgang ein. Auswirkungen auf den Vertrag erwartet es nicht.
Zahlen: solide, aber ohne Sprung
Das vergleichbare operative Ergebnis stieg im dritten Quartal auf 102 Millionen Euro, nach 97 Millionen im Vorjahr. Treiber waren höhere Atomstromvolumen, weil weniger Revisionstage anfielen. Das vergleichbare Ergebnis je Aktie blieb bei 0,08 Euro.
Unter dem Strich sank der Gewinn auf 31 Millionen Euro, nach 52 Millionen. Das lag vor allem an negativen BeitrÀgen von Beteiligungen. Der Umsatz legte um knapp 20 Prozent auf 1,114 Milliarden Euro zu. Das dritte Quartal ist traditionell das schwÀchste des Jahres, das Gros des Gewinns fÀllt im ersten und vierten Quartal an.
Im PrivatkundengeschĂ€ft ging das Ergebnis zurĂŒck, weil die Margen nach einem auĂergewöhnlich starken Vorjahr normalisierten. Ăber neun Monate liegt das vergleichbare operative Ergebnis mit 729 Millionen Euro deutlich ĂŒber dem Vorjahreswert.
Ausblick und ZukÀufe
Die Prognose fĂŒr die Atomstromerzeugung 2026 senkte Fortum auf rund 23 Terawattstunden, zuvor waren 23 bis 23,5 erwartet. Das Management nennt 2026 ein Jahr langer Revisionen. FĂŒr 2027 rechnet es mit einem normaleren Jahr nahe 26 Terawattstunden.
Erstmals veröffentlichte Fortum die Absicherung fĂŒr 2028: rund 45 Prozent zu 42 Euro je Megawattstunde. Analysten hatten mit einem etwas höheren Preis gerechnet. Das Management verwies auf ĂŒber Jahre aufgebaute Hedges.
Der Kauf des norwegischen StromhÀndlers Elmera ist vollzogen. Fortum hÀlt nun 91,92 Prozent, die Konsolidierung beginnt am 31. Oktober. Als NÀchstes folgen der Squeeze-out und das Delisting.
Die Nettoverschuldung lag zum Quartalsende bei 1,8 Milliarden Euro, das Kaufvolumen von rund 463 Millionen Euro kommt noch obendrauf. Interesse an Wasserkraft- und Kernkraftwerken von Uniper bekrÀftigte Fortum, am Verkauf von bis zu 75 Prozent der Uniper-Anteile nimmt der Konzern nicht teil.
Die Aktie bewegte sich nach den Zahlen kaum. Der nĂ€chste feste Termin ist der Jahresabschluss am 2. Februar 2027. Die Hauptversammlung ist fĂŒr den 31. MĂ€rz 2027 geplant, Details zu einer möglichen Dividende will der Verwaltungsrat spĂ€ter nennen.
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